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15 Minuten Ruhm

Durchschnittliche Massenware.

Zwei Ganoven, einer aus Tschechien (Karel Roden) einer aus Russland (Oleg Taktarov), wandern nach New York aus, wo sie zudem noch einen Haufen Geld von einem Kollegen abholen wollen für einen Auftrag, den sie einst erledigt haben. Doch der nette Kollege hat das Geld inzwischen selbst verprasst, worauf ihn der eine Einwanderer umbringt. Während der ganzen Zeit ist sein Partner eifrig damit beschäftigt, das Geschehen mit seiner neu erstandenen Videokamera zu dokumentieren. Mit der Zeit kommen sie auf die Idee, ihre Verbrechen zu filmen und die Bänder anschliessend an die Medien zu verkaufen. Doch inzwischen haben sich zwei Top-Detectives (Robert De Niro, Edward Burns) an ihre Fersen geheftet.

Szenenbild aus 15 Minuten Ruhm

Schon kurz nach Filmstart wird mir klar, dass «15 Minuten Ruhm» eine eigenartige Angelegenheit wird. Die bösen Jungs wirken vertrottelt, lächerlich und nicht ernst zu nehmen. Und genau das ist bis am Schluss das grösste Ärgernis. Da nützt es auch nichts, dass ich den einen Gangster bereits in
«Running Scared» gesehen habe, wo er ganz gut gespielt hat. Weil sein Partner, der Kamerafreak, jegliche Funktionen seines neuen Gerätes ausprobiert, nehme ich die Aufnahmen der Handkamera zuweilen als nicht wirklich bereichernd wahr. Die Medienkritik ist ebenfalls ziemlich flach und nichts Neues, weshalb sie eher überflüssig scheint. Erfrischend innovativ hingegen die Szene, in der sich Robert De Niro gegen seine Widersacher wehrt, währenddem er noch an einen Stuhl gefesselt ist (das Resultat der genannten Szene auch ein mutiger Schritt).

Lange Zeit bleiben Unterhaltungswert und Spannung auf einem Minimum, die Schauspielerleistungen genügen. Besonders hervorheben möchte ich hingegen die sehr gelungene musikalische Untermalung. Doch nach Filmhälfte begehen die Drehbuchschreiber ein Wagnis, welches ich so nicht erwartet hätte. Von da an tut Regisseur John Herzfeld jedoch genau das Richtige: Er lässt dem Zuschauer keine Zeit um darüber nachzudenken, ob dieses Wagnis nun eine Bereicherung darstellt oder den Film definitiv ins Abseits befördert. Das Tempo zieht Straff an, was mich automatisch dazu animiert, dem bisher seichten Filmchen noch eine zweite Chance zu geben. Es lohnt sich, obwohl die Steigerung viel zu spät kommt.

Szenenbild aus 15 Minuten Ruhm

Ebenso steht es mit der Action. Zunächst ist sie nur spärlich vertreten und vereinzelte Auseinandersetzungen werden ohne Schusswaffen ausgetragen. Sämtliche Actioneinlagen ufern leider nicht aus, wozu vermutlich die Anzahl beteiligter Leute nicht ausreichen würde, und Actionfans dürften nur halbwegs zufrieden sein. Zumindest darf dann gegen Ende hin in rascher Abfolge gekämpft, geschossen und einer raffinierten Feuerfalle entgangen werden. Letzteres ist gut inszeniert, ansonsten bleibt die Machart eher Standard und wenig spektakulär.

Fazit: «15 Minuten Ruhm» ist ein belangloses Hollywood-Produkt, das nur mühsam vom Fleck kommt und erst gegen Ende hin unverhofft Fahrt aufnimmt. Einige gute Ansätze und gelungene Momente sind durchaus aufzufinden, aber leider ebenso die ständig nervenden Bösewichte.

 
Originaltitel: 15 Minutes
Regie: John Herzfeld Juni 2010