Unterhaltsame Hatz nach bekanntem Strickmuster.
Jack Mosley (Bruce Willis) hat seine einst gute Form längst verloren und ist mittlerweile zum unverbesserlichen Säufer und geborenen Versager des Polizeipräsidiums verkommen. Wenig begeistert soll er eines Tages Eddie Bunker (Mos Def) 16 Blocks weit zum Gericht chauffieren. Als die beiden überfallen werden, lässt Mosley sein verstaubtes Können wieder aufblitzen und flieht gemeinsam mit dem Gefangenen. Bei den Angreifern handelt es sich um Cops, die Dreck am Stecken haben. Weil Eddie Bunker gegen sie hätte aussagen sollen, wollen sie verhindern, dass dieser das Gericht heil erreicht. Kurzum entschliesst sich Mosley, sich gegen seinen früheren Partner Frank Nugent
(David Morse) und weitere Kollegen zu stellen.
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Zweifellos erzählen viele Filme die Geschichte von korrupten Polizisten, die aufzufliegen drohen, ebenso diejenige über einen Versager, der sich mutig als Held der Stunde erweist. «16 Blocks» flechtet das Altbekannte jedoch auf kompakte und durchdachte Weise zu einer lückenlosen Verfolgungsjagd in Echtzeit, die sich von der Masse abzuheben vermag. Mit einer gelungenen Zeitlupe – die visuelle Umsetzung überzeugt auch im Allgemeinen – startet die Jagd und in Windeseile erreicht sie einen hohen Unterhaltungswert und eine konstante Spannung. Erst kurz vor Filmende flachen diese wieder ein wenig ab. Zwischen den Actionstückchen und dem Vorantreiben der Geschichte wird in angenehmen Abständen abgewechselt. Das Erzähltempo ist zwar zügig, aber nie übertrieben hektisch und sorgt jedenfalls für viel Kurzweil. Die Musik fällt selten auf, trägt aber wesentlich zur Aufrechterhaltung der Spannung bei.
Die Rolle von Bruce Willis ist mittlerweile typisch für ihn. Dementsprechend souverän trägt er den Film, zumal sich auch sein Äusseres passend ins Gesamtbild einfügt. Der Rest des Casts macht ebenfalls eine gute Figur. Besonders hervorheben möchte ich den überraschenden Mos Def. Ich habe wohl noch keinen anderen Rapper gesehen, der sich auf der Leinwand derart gut behauptet. Sicherlich verdankt er dies auch der weisen Rollendefinition, welche den Auftritten als nervendes, aber trotzdem amüsantes Plappermaul schon früh klare Grenzen setzt, sodass seine ernsthaftere Seite ebenso glaubwürdig rüberkommt.
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Die Action ist gut verteilt, aber meistens kurz. Schliesslich verleiht sie dem Geschehen «nur» die passende Würze und avanciert nie zum Selbstzweck. Dementsprechend wird hauptsächlich zu Fuss verfolgt und die Konfrontationen zwischen Verfolgern und Verfolgten gehen in realistischen Schusswechseln über die Bühne. Erst gegen Schluss trägt «16 Blocks» etwas dicker auf, als die Jagd in einer Geiselnahme in einem Linienbus gipfelt. Danach folgt nicht mehr viel, denn es finden noch einige ruhigere Töne ihren Platz, die meinen Gesamteindruck nur minimal trüben. Zugegeben kann man dem Film fehlende Abwechslung vorwerfen, was aus meiner Sicht durch die raschen Szeneriewechsel ausgeglichen wird. Als Schauplätze dienen nämlich nicht nur die Strassen von New York, sondern auch Wohnungen, Hausdächer und Hinterhöfe.
Abschliessend empfehle ich «16 Blocks» jedem, der mit Actionthrillern etwas anfangen kann. Die konstant vorhandene Spannung sowie der Unterhaltungswert sind beispielhaft, ermöglicht dank der durchdachten wenngleich nicht neuen Geschichte und deren gekonnten Inszenierung.
 | Originaltitel: 16 Blocks | |
| Regie: Richard Donner | November 2010 |