Mässiges Thrillerdrama aus Frankreich. Leider nicht wirklich sehenswert.
Die beiden Polizisten Leo Vrinks (Daniel Auteuil) und Denis Klein (Gérard Depardieu) waren einst gute Kameraden, werden nun aber mehr und mehr zu Konkurrenten. Dass beide nicht immer mit sauberen Methoden ihre Ziele zu erreichen versuchen, ist dabei wenig hilfreich. Denn: Wer zuerst die Überfallserie auf Geldtransporter auflöst, soll zum Polizeidirektor befördert werden.
Die gesamte Inszenierung ist tadellos, wie man es sich mittlerweile von Frankreich her gewohnt ist. Ja ja, die Franzosen könn(t)en es eben. Einige gute Filme haben sie bereits zustande gebracht, aber für einmal enttäuschten sie mich jetzt. Das lag wohl vor allem an meiner Erwartungshaltung. Ich hoffte auf einen spannenden Thriller mit vereinzelten Actionszenen. Weit gefehlt. Von Spannung kann die meiste Zeit keine Rede sein und von Action schon gar nicht. Ein gefühlvolles Drama gekoppelt mit Spannung sollte es offenbar werden, was immerhin ansatzweise gelingt, aber längst nicht immer.
Bild Pathé Films
So kommt es denn auch, dass die Geschichte aus meiner Sicht nur zur Hälfte befriedigend ist, da es sich hier um eine Art Thrillerdrama handelt und leider nicht um einen Actionthriller. Für einen solchen wäre die Geschichte nämlich ausreichend gewesen und bietet eine interessante Grundidee.
Die Schauspieler überzeugten mich irgendwie auch nicht so recht, genügen aber. Dass zwei der bedeutendsten Schauspieler des Landes gegeneinander antreten, ist wohl die einzige Parallele zu «Heat». Ansonsten hat der Film rein gar nichts mit dem amerikanischen Streifen zu tun, wie auf der Rückseite der DVD unverständlicherweise angetönt.
Action ist zwar vorhanden, jedoch nur in dezentem Masse. Etwas Schusswechsel und Entführung, ein Überfall auf einen Geldtransporter und ganz wenig Geprügel. Das sollte wohl reichen. Tut es aber nicht, da fast alles in der ersten Hälfte des Films angesiedelt ist und weshalb Actionfans ohnehin von Anfang an die Finger davon lassen sollten.
Allgemein ist das grösste Problem von «36», dass der Film recht viel versprechend beginnt, im weiteren Verlauf jedoch immer mehr nachlässt, und zwar in allen Bereichen (Action, Spannung, Tempo, Story). Daher ist bei Filmende die Enttäuschung schon relativ gross, dass der Film sein durchaus vorhandenes Potenzial nicht ausschöpft. Da hätte man deutlich mehr daraus machen können. Schade. Somit bietet «36» insgesamt einfach zu wenig, in jeder Hinsicht.
 | Originaltitel: 36 Quai des Orfèvres | |
| Regie: Olivier Marchal | Juli 2009 |