Gute Story mittelklassig umgesetzt.
Unerwartet stürmt die Polizei von Pittsburgh das Haus der Familie Brennan und nimmt Lara (Elizabeth Banks) fest. Sie wird des Mordes an ihrer Chefin
(Leslie Merrill) angeklagt und zu vielen Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr Ehemann, der Lehrer John Brennan (Russell Crowe), und ihr Sohn Luke müssen daraufhin alleine zurecht kommen. John ist jedoch von der Unschuld seiner Frau überzeugt und versucht sie aus dem Knast zu befreien. Vorerst mit legalen Mitteln, doch zunehmend auch mit illegalen...
Copyright: Rialto Film AG
Seine Defizite bezüglich Logik und Glaubwürdigkeit kann «The Next Three Days» wiederholt nicht verbergen. Dennoch versuche ich darüber hinweg zu sehen, denn die Story ist etwas vom Besseren, was ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe. Entgegen dem Filmtitel begrenzt sich die Handlung übrigens bei weitem nicht nur auf drei Tage.
Die Inszenierung genügt, aber leider nicht mehr. Mit der Spannung will es nicht so recht klappen, denn das Erzähltempo reicht während der ersten Filmhälfte gerade mal aus, um den Unterhaltungslevel knapp zu halten. In der Filmmitte und während dem eigentlichen Ausbruch gelingen dann doch noch ein paar Spannungsmomente, aber das Ende wird wieder unnötig in die Länge gezogen und lässt den Film nur halbwegs befriedigend ausklingen. Dem gegenüber steht zum Glück ein überzeugend agierender Russell Crowe und auch der Kurzauftritt von Liam Neeson zählt zu den Highlights. Die Musik fällt öfters auf, aber Humor gibt es keinen, da der Film stets ernsthaft und möglichst realitätsnah bleibt.
Copyright: Rialto Film AG
Wenn es für die Hauptakteure wirklich eng wird, gibt es etwas Action, aber
«The Next Three Days» bleibt bis zuletzt eindeutig ein Thriller und kein Actionfilm. Die eindrücklichste Szene kommt auf die Filmhälfte hin zu liegen, als sich John Geld beschafft, wobei mehrmals Schüsse fallen. Allerdings machen auch die moralische Ebene und die Spannung diese Szene so besonders. Ferner wird in der letzten halben Stunde ständig zu Fuss oder per Auto geflüchtet. Jedoch darf auch hier niemand erwarten, dass von Brücken gesprungen wird oder Autos geschrottet, Gegner vermöbelt oder dergleichen.
Zusammenfassend bleibt ein Thriller mit erstklassigem Darsteller und überdurchschnittlicher Geschichte. Dennoch mangelt es «The Next Three Days» häufig an Spannung, was vermutlich der zu gemächlichen Inszenierung zuzuschreiben ist. Deswegen zwar keineswegs schlecht, aber man kann ihn bedenkenlos auslassen.
 | Originaltitel: The Next Three Days | |
| Regie: Paul Haggis | Februar 2011 |