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5 / 10  

Babylon  A . D.

Verwirrendes Zukunftsszenario.

In naher und düsterer Zukunft lebt Söldner Toorop (Vin Diesel) in einem verwahrlosten Viertel Kasachstans. Von Mafiaboss Gorsky (Gérard Depardieu) nimmt er den Auftrag an, die junge Aurora (Mélanie Thierry) und deren Dauerschatten Schwester Rebecca (Michelle Yeoh) möglichst unbeschadet aus einem Kloster nach New York zu überführen. Schon bald merkt Beschützer Toorop, dass das Mädchen für gewisse Leute einen besonderen Wert hat und sie daher auf Widerstand stossen werden.

Szenenbild aus Babylon A.D.

Die erste halbe Stunde verbringt «Babylon A.D.» mit dem Einführen der Charaktere und dem Start der Mission. Danach wird die Angelegenheit zwar interessanter, aber gleichzeitig auch verwirrend. Die Geschichte wird nämlich immer durchwachsener und verstehen werden sie die meisten Zuschauer wahrscheinlich nicht. Um die unglaubwürdig erschaffene Wichtigkeit des zu beschützenden Mädchens überhaupt erst erzeugen zu können, spielt der Film vermutlich in der Zukunft, denn ansonsten hat der zeitliche Rahmen kaum einen Einfluss auf das Geschehen.

Dass «Babylon A.D.» letztendlich doch irgendwie die Kurve kriegt, verdankt er der routinierten Inszenierung, die einige Makel wettmachen kann. Dazu gehört auch die visuelle Umsetzung, die düster und wirklich gelungen ist, sowie die Leinwandpräsenz von Vin Diesel, ohne den das Werk nur halb so interessant wäre. Einzig die Musik entspricht nicht ganz meinem Geschmack, vor allem zu Beginn.

Szenenbild aus Babylon A.D.

Nach der ersten Etappe der Reise kommt es zu einem ersten Aufeinandertreffen mit den Widersachern. Dabei darf Vin Diesel in einem Club die Fäuste auspacken und anschliessend zu Fuss denjenigen nachjagen, die sich inzwischen Aurora geschnappt haben. Wieder vereint und gemeinsam unterwegs, müssen die Reisenden mit ihren Schneemobilen vor fliegenden Untertassen oder etwas Ähnlichem fliehen. Gegen Schluss geraten die drei noch in eine Schiesserei sowie eine kurze Autoverfolgungsjagd. Mehr als eine knappe Handvoll Actionszenen darf also nicht erwartet werden. Obwohl die Action massgeblich zum Unterhaltungswert beiträgt, ist es schade, dass sich der Streifen nicht mehr darauf konzentriert.

Bei Filmende ziehe ich eine durchzogene Bilanz. Das Gesehene hat durchaus seine Schauwerte, mag dafür inhaltlich keineswegs zu überzeugen. Die dadurch entstehende innere Uneinigkeit lässt «Babylon A.D.» somit nicht über das Mittelfeld hinaus kommen.

 
Originaltitel: Babylon A.D.
Regie: Mathieu Kassovitz Juni 2010