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Der blutige Pfad Gottes

Gute Ideen, aber letztlich zu langweilig.

Die Brüder Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy McManus (Norman Reedus) sind ein eingefleischtes Team, welches sich ohne zu zögern mit Gewalt zur Wehr setzt, als die russische Mafia ihre Stammkneipe dicht machen will (obwohl sie am gleichen Tag bereits als Kirchgänger unterwegs waren). Doch damit haben sie den Zorn der Verbrecher heraufbeschworen und müssen am nächsten Tag einer Racheaktion entkommen. Nun starten die Gebrüder McManus richtig durch und mischen die gesamte Unterwelt Bostons auf indem sie Selbstjustiz üben. Währenddessen heftet sich FBI-Agent Paul Smecker (Willem Dafoe) an ihre Fährte.

Die Geschichte ist an und für sich gar nicht mal schlecht, wirkt aber sehr unglaubwürdig und wird zeitweise zu lahm erzählt. Zudem nutzt das irische Brüderpaar Teile des christlichen Glaubens dazu, ihre Handlungen zu unterstreichen, was ich als gläubige Person nicht akzeptieren kann. Das fing ja eigentlich schon beim Filmtitel an…

Szenenbild aus Der blutige Pfad Gottes

Die beiden Hauptdarsteller geben ein gutes Duo ab, sodass die Brüder von Beginn weg sympathisch sind. Der langhaarige Sidekick hingegen störte mich mehr, als dass er mich amüsierte. Das gleiche gilt auch für Agent Smecker, der nicht nur arrogant, sondern auch völlig durchgeknallt ist, aber trotzdem jede Spur am Tatort mit Leichtigkeit richtig interpretiert. Keine Ahnung, weshalb ihn viele Filmfans so lustig finden. Im Allgemeinen hat der Humor meinen Nerv sowieso nicht getroffen. Wiederum als Stärke anrechnen darf man die passende Musik.

Was «Der blutige Pfad Gottes» letztendlich ausmacht, sind seine innovativen Elemente. Diese zeigen sich hauptsächlich bei der Action und bieten erfrischende Abwechslung. Da kann es schon mal passieren, dass jemand mithilfe einer Kloschüssel ins Jenseits befördert wird. Allerdings werden die Actionszenen mit einer weiteren Spezialität verbunden, die dem Film im Endeffekt ein Bein stellt: Die Polizei gerät an einen Tatort, welcher von Agent Smecker sogleich untersucht wird und der Tathergang von ihm rekonstruiert. Erst jetzt bekommt der Zuschauer zu sehen, was sich zuvor an dem Ort des Geschehens in Sachen Action ereignet hat. Damit sind nebst wenigen Handgreiflichkeiten hauptsächlich Schiessereien gemeint. Da diese aber regelmässig unterbrochen werden, damit der FBI-Agent seinen Senf dazu geben kann, können Genrefans nicht recht in Fahrt kommen und sollten daher nicht zu viel erwarten. Das Konzept von Antreffen eines Tatortes mit anschliessender Rückblende wird konsequent beibehalten, läuft sich aber genau deshalb bald einmal tot. Anschliessend wirkt der Streifen nur noch wie eine stetige Wiederholung seiner selbst und beginnt mich mehr und mehr zu langweilen…

Schlussendlich muss ich feststellen, dass ich den Hype um «Der blutige Pfad Gottes» nicht nachvollziehen kann. Die innovativen Elemente und die McManus-Brüder gefallen zwar, doch das Konzept der Rückblenden langweilt je länger desto mehr und nimmt den Schiessereien den Drive. Langeweile ist das Endprodukt.

 
Originaltitel: The Boondock Saints
Regie: Troy Duffy Juni 2010
 

Teile:
Der blutige Pfad Gottes
Der blutige Pfad Gottes 2