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The Book Of Eli

2044: In Amerika haben die Apokalypse nur wenige Menschen überlebt, die nun in den zerfallenen Städten und öden Wüstenlandschaften leben müssen. Auch Eli (Denzel Washington) zieht auf eigene Faust seines Weges. Als er eines Tages in einem heruntergekommenen Ort seine Vorräte auffüllen will, wird der dortige Machthaber Carnegie (Gary Oldman) auf den schlagkräftigen Einzelgänger aufmerksam. Dieser ist im Besitz eines früher weltweit bekannten Buchs, von welchem sich Carnegie viel Macht verspricht und nach dem er schon lange sucht. Als ebendieser Stadthalter herausfindet, dass Eli das Buch, das vermutlich letzte Exemplar, besitzt, eröffnet er die Jagd auf ihn.

Szenenbild aus The Book Of Eli

An und für sich ist die Geschichte nicht kompliziert. Doch die Grundidee, dass die Worte eines Buches manchen Menschen so enorm viel bedeuten, dürfte für Nicht-Bibelkenner etwas ungewöhnlich sein. Zunächst mag dies niemanden stören, weil das Buch von Eli eher im Hintergrund bleibt. Während der zweiten Filmhälfte fallen jedoch vermehrt Redewendungen und Verse aus der Bibel. Einmal zitiert Eli gar mehrere Verse aus Psalm 23. Zudem lassen sich viele Eigenheiten der Geschichte als Gleichnisse für biblische Wahrheiten verwenden. An diesem Punkt werden sich wahrscheinlich die Geister scheiden, auch wenn der geistliche Aspekt nicht gross vertieft wird. Während sich die einen über das «religiöse Zeug» furchtbar ärgern werden, freuen sich Vertreter gleicher oder ähnlicher Ansichten. Da ich zur zweiten Gruppe gehöre, bin ich begeistert davon, dass sich heutzutage noch auf derart offensichtliche Weise derart viel christliches Gedankengut in einen Mainstream-Film aus Hollywood verpacken lässt.

Szenenbild aus The Book Of Eli

Unabhängig dieser gewagten Gangart steht fest, dass die Endzeitatmosphäre gelungen vermittelt wird, wie ich es vor kurzem bereits bei «Terminator Salvation» gesehen habe. Die beeindruckende Kulisse wird in dunklen, tristen Farben eingefangen, als betrachte man die Szenerie durch eine Sonnenbrille, was ja bei der Titelfigur der Fall ist. Auch im Übrigen gibt es an der Inszenierung nichts zu rütteln, ausser vielleicht am Erzähltempo. Der Film fängt äusserst gemächlich an, was sich dadurch verdeutlicht, dass während vielen Minuten kaum ein Wort fällt. Gerade als Langeweile aufkommt, beginnt das Geschehen langsam an Fahrt aufzunehmen und steigert sich je länger desto mehr. So geraten beispielsweise die beiden Konfliktparteien regelmässig aneinander. Bereits während der ersten Begegnung zwischen Eli und Carnegie sind deren Unterschiedlichkeit und die daraus resultierende angespannte Lage förmlich zu spüren, was zu einem Grossteil dem gekonnten Schauspiel von Denzel Washington und Gary Oldman zu verdanken ist.

Szenenbild aus The Book Of Eli

Von der Action gibt es vorerst wenig zu sehen. Zu Beginn muss sich der umherziehende Eli gegen Wegelagerer und Stadtbewohner wehren, die seine Weiterreise zu verhindern drohen. Dies erledigt der tapfere Wanderer hauptsächlich mit seinem Säbel. Dabei wird bereits deutlich, dass bei der Action auch mal Blut spritzt. Mit der Zeit kommt es vermehrt zu Reibereien, Schusswechseln oder auch mal einem explodierenden Auto. Jedoch ufern die Actionszenen nicht aus, sondern bleiben relativ bodenständig. Trotz der höheren Dichte, hat derjenige wohl nicht genug gesehen, der nur auf Action aus ist.

Fazit: Nach einer überlangen Einführung gibt es endlich vermehrt Action, wenngleich sie nicht ausufert. Die Inszenierung, insbesondere die Endzeitatmosphäre, sowie Schauspielerleistungen sind gut. Die biblischen Zitate und gleichnishaften Teile der Story machen «The Book Of Eli» zu einer Art christlichem Actionfilm, zu des einen Freud, des andern Leid.

 
Originaltitel: The Book Of Eli
Regie: Albert Hughes, Allen Hughes Juni 2010