Allzu gerne möchte der junge Amerikaner Steve Rogers (Chris Evans) im
2. Weltkrieg mitmischen. Schon mehrmals hat er sich bei der Armee beworben, die ihm aber jedes Mal zu verstehen gab, er sei körperlich zu schwach für den Militärdienst. Per Zufall wird ein Wissenschaftler (Stanley Tucci) auf ihn aufmerksam und sieht in ihm den perfekten Kandidaten für eines seiner Projekte, weil dafür die nicht-körperlichen Eigenschaften wichtiger sind. Dadurch erlangt Rogers in Windeseile eine neue Figur. Gross, muskulös, unbesiegbar.
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Die Geschichte empfinde ich als eine der grössten Schwächen von «Captain America». Zwar ist mir der Held selbst sympathisch und das Kostüm ist okay, aber insgesamt bleibt die Chose einfach zu konventionell, vorhersehbar und daher langweilig. Zusätzlich verfällt «Captain America» einigen Superhelden-Klischees und begeht den zweifelhaften Weg, sich bereits stark mit anderen Superhelden wie «Iron Man» zu schmücken (das Aussehen der einen Kampfeinheit - siehe Bild weiter unten - ähnelt «zufällig» einem Iron Man-Anzug und die Auftritte von Tony Starks Vater missfallen mir irgendwie) und wird damit beinahe nur Mittel zum Zeck (sprich: «The Avengers»).
Optisch befindet sich der Vorzeige-Soldat auf gutem Hollywood-Niveau, die Filmmusik klingt hingegen eher altmodisch und wollte mir nicht recht gefallen. Eher fade auch die Schauspielerleistungen, abgesehen vielleicht vom Hauptdarsteller sowie einzelnen Lichtblicken, die ich Tommy Lee Jones und Hugo Weaving zuschreibe, obwohl man von ihnen Besseres gewohnt ist.
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Während der ersten Filmhälfte gibt es kaum Krawumm. Wenn der Held einem flüchtenden Wagen durch halb New York nachsprintet, bleibt dies eine erfreuliche Ausnahme. In der zweiten Filmhälfte prügelt er sich durch mancherlei Gegner, stellt sich mit seinem Schutzschild vor seine Armee-Kameraden und wenige Male greift er zur Schusswaffe. Ebenfalls erwähnenswert scheinen mir die Explosionen, aber insgesamt ist mir sogar die Action zu langweilig oder abgehoben (z.B. Lasergewehre im 2. Weltkrieg). Zudem werden viele Kämpfe nicht von Anfang bis Ende gezeigt, sondern es gibt Zusammenschnitte aus verschiedenen Heldentaten, die der Captain so vollbracht hat.
Fazit: Dem wohl unbekanntesten Superhelden ist auch die schwächste Kinofilm-Umsetzung vergönnt, obwohl er selbst sympathisch wäre. Trotz guten Ansätzen bleibt «Captain America» für mich zu uninteressant, weil zu sehr Standard.
 | Originaltitel: Captain America: The First Avenger | |
| Regie: Joe Johnston | September 2011 |