Mittelmässiger Thriller.
Während eines Banküberfalls nehmen die Täter Geiseln und verschanzen sich im Gebäude. Der Anführer der Bande (Wesley Snipes) verweigert jegliche Verhandlungen, solange er nicht mit Detective Conners sprechen kann. Dieser wurde allerdings vor Monaten suspendiert. Nun erhält er per sofort seine Dienstmarke zurück und einen neuen, jungen Partner (Ryan Phillippe) zur Seite gestellt. Die Geiselnahme läuft aber aus dem Ruder und anschliessend macht sich das Zweierteam auf die Suche nach den entkommenen Tätern.
Bild Pathé Films
Der Banküberfall stellt einen gelungenen Filmbeginn dar. Die Geiselnehmer wirken entschlossen und sind offensichtlich gut vorbereitet. Spannung und Unterhaltungswert stimmen, auf Humor wird gänzlich verzichtet (was im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht geschadet hätte).
Während den Ermittlungen verwässert die Spannung leider. Der Spuren sind wenige, konkrete Ergebnisse lassen auf sich warten und die Action setzt für längere Zeit aus. So kommt es, dass bei mir die Spannung gepflogener Langeweile weicht. Erst gegen Ende hin steigert sich «Chaos» wieder und überrascht mit mehreren gut erdachten und daher netten Wendungen.
Die Musik fand ich nicht immer passend, immerhin drängt sie sich nicht zu sehr auf. Die Inszenierung ist passabel und gehört der alten Schule an. Allerdings störte mich die Farbgebung der gezeigten Bilder: Weder intensive, bunte Farben wie man es von Regisseur Michael Bay kennt noch konsequent düstere Bilder à la «Hitman» oder «Terminator Salvation». Da konnten sich die Macher wohl nicht recht entscheiden und wählten eher dunkle Farbtöne, die auf mich aber schmierig und scheusslich wirken.
Die Schauspielerleistungen sind ganz okay, aber vor allem von Jason Statham bin ich mir Besseres gewohnt. Die Rolle von Ryan Phillippe gefiel mir hingegen gut.
Bild Pathé Films
Nebst dem Banküberfall, der mir am besten gefiel, gibt es schon bald einen Schusswechsel mit anschliessender Verfolgungsjagd zwischen einem Motorrad und einem Auto. Danach herrscht Flaute. Gegen Ende folgen eine Prügelei, ungefähr drei kurze Schiessereien und ein ganzes Haus fliegt in die Luft. Alles in allem nichts Spektakuläres und von der Menge her kein Actionoverkill.
Fazit: Eigentlich macht «Chaos» für einen Thriller mit Actionelementen gar nicht so viel falsch, aber er vermag mich trotzdem nicht zu packen. Vermutlich liegt es daran, dass die Story letztendlich doch zu simpel und langatmig daherkommt. Die gelungenen Wendungen kommen zu spät. Muss man nicht sehen.
 | Originaltitel: Chaos | |
| Regie: Tony Giglio | Januar 2010 |