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5 / 10  

Colombiana

Mit Intelligenz und Entschlossenheit zur ersehnten Vergeltung.

Cataleya Restrepo wächst in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota auf und muss eines Tages hautnah miterleben, wie ihre Eltern umgebracht werden. Daraufhin flüchtet die Kleine in die USA zu ihrem Onkel. Erwachsen und zur Killerin ausgebildet, beginnt Cataleya (Zoe Saldana) Jahre später den Rachefeldzug gegen die Mörder ihrer Eltern.

Szenenbild aus Colombiana

Während der ersten Hälfte von «Transporter 3» liess Regisseur Olivier Megaton sein Können im Actionfach aufblitzen, nur um den Film dann in der zweiten Hälfte mithilfe der wohl hässlichsten Hauptdarstellerin aller Zeiten wieder zu begraben. Und nun spielt ausgerechnet eine Frau die Hauptrolle in seinem nächsten Werk «Colombiana». Einige Zweifel schienen mir angebracht.

Doch glücklicherweise scheint der Franzose dazugelernt zu haben, denn insbesondere die erste halbe Stunde überrascht mich positiv. Sie zeigt, woher die Killerin stammt und kann den Werdegang der jungen Dame somit einigermassen plausibel begründen, jedenfalls plausibel genug, dass ich nicht (wie so oft) den Eindruck habe, die gnadenlose Gangart passe nicht zur betreffenden Frau. Vielmehr finde ich es aber nervig, dass es häufig eher darum geht, Zoe Saldana und deren superschlanke Figur ins Bild zu rücken, statt sich um die eigentliche Handlung zu kümmern; überdies ebenfalls eine Schwäche, denn nach dem Auftakt geht inhaltlich schlicht zu wenig und die Spannung fehlt komplett. Mit dem erstklassigen «96 Hours» lässt sich dieses Skript von Luc Besson leider keineswegs vergleichen.

Szenenbild aus Colombiana

So beschränken sich die Highlights einmal mehr auf den Actionbereich. Teilweise innovativ, aber auch sonst am überzeugendsten, hätte der Regisseur der Action deutlich mehr Platz einräumen müssen.
Die Anfangssequenz erweckt aber zunächst den Anschein, als habe man sich am erfolgreichen Genrekollegen «Fast & Furious Five» bedient. Obwohl die Hetzjagd durch das südamerikanische Slum verständlicherweise nicht dieselbe Intensität erreicht, bleibt sie am ehesten in Erinnerung, denn nachfolgend geht Zoe Saldana eher selten direkt zur Sache, sondern stellt ihren Opfern geschickte Fallen und trickst so manchen Bösewicht aus. Zwar ist dies durchaus unterhaltsam, aber letztlich hätte es für den Actionsuchenden viel mehr «echtes» Futter geben müssen. Da schafft das Finale mit Blei, Sachschaden und Nahkampf zwar einen gelungenen Abschluss, aber nur begrenzt Abhilfe.

Alles in allem ist «Colombiana» sicher nicht schlecht, insbesondere Anfang und Ende gefallen mir. Doch bedürfte es dem ereignislosen Mittelteil an deutlich mehr geschichtlicher Substanz oder viel mehr Action, um das Andere zu überdecken. Somit eine Punktlandung auf Durchschnittsniveau.

 
Originaltitel: Colombiana
Regie: Olivier Megaton September 2011