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7 / 10  

Con Air

Aus Notwehr tötet der ehemalige Elite-Soldat Cameron Poe (Nicolas Cage) einen Menschen. Nach mehreren Jahren Haft wird er per Flugzeug an den Ort verlegt, an dem er endlich entlassen werden soll. Gleichzeitig werden einige der gefährlichsten Verbrecher Amerikas in derselben Maschine transportiert. Trotz der strengen Sicherheitsmassnahmen gelingt es den Häftlingen, die Kontrolle über das Flugzeug zu gewinnen. Cameron Poe passt es natürlich gar nicht, dass ein Haufen Schwerverbrecher seinen Gang in die Freiheit gefährdet und versucht ihnen möglichst unauffällig einige Hindernisse in den Weg zu legen.

Szenenbild aus Con Air

Die Geschichte offenbart eine interessante Grundidee. Die folgenden Entwicklungen sind aber rundum Standard. Immerhin gibt es somit keine negativen Überraschungen. Verwirrt hat mich einzig, dass der Schlimmste aller ganz schlimmen Burschen keinerlei Einfluss auf das Geschehen nimmt. Stattdessen spielt und singt er offensichtlich lieber mit einem kleinen Mädchen. Da hätte ich deutlich mehr erwartet.
Die einzelnen Rollen sind hervorragend besetzt, vor allem John Malkovich gefiel mir in der Rolle des Bösewichts. Die Charaktere selbst sind dann wiederum Standard. Ein weiterer Schauwert sind die langen Haare von Hauptdarsteller Nicolas Cage, obwohl ich ihn mit kurzen Haaren lieber mag.

Mehrmals positiv aufgefallen ist mir der gelungene Soundtrack. Etwas Humor darf ebenfalls nicht fehlen («In his hands he’s got the whole world»), was dazu beiträgt, dass «Con Air» über die gesamte Lauflänge ordentlich unterhält.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass «Con Air» trotz seinen Stärken noch etwas zum perfekten Blockbuster fehlt. Wahrscheinlich das gewisse Etwas. Vielleicht liegt es auch daran, dass einige Szenen für meinen Geschmack zu sehr «zerstückelt» wurden. Mit anderen Worten: Parallel ablaufende Handlungen, die jeweils nicht an einem Stück gezeigt werden, sondern zwischen welchen ständig hin und her gewechselt wird.

Szenenbild aus Con Air

Nach einem Häppchen Action zu Beginn (Flugzeugübernahme) muss sich der Genrefan sehr lange gedulden. Zu lange, wie ich meine. Ab und zu gibt es zwar Actionsequenzen, die jedoch alle äusserst kurz ausfallen. Immerhin entschädigt die Szene in der Wüste für vieles. In dieser geht es richtig rund und sie schöpft auch die örtlichen Gegebenheiten genügend aus, die sich sehr gut für ansprechende Action eignet. Von da an befinden wir uns leider schon im letzten Viertel des Films. Dafür kracht es in diesem fast am laufenden Band und wertet meinen Gesamteindruck wesentlich auf. Dieses Actionspektakel zum Schluss beinhaltet die legendäre Landung (an einem ganz besonderen Ort) mit anschliessender Verfolgungsjagd. Für die Landeszene erhielt «Con Air» meines Wissens die Goldene Himbeere für die «Rücksichtsloseste Missachtung von Menschenleben und öffentlichem Eigentum». Mit dieser Ausnahme gibt es aber kaum Innovatives oder Überraschendes. Das stört mich nicht weiter, denn als Genrefan bin ich mit der Action, so wie sie typischerweise nun mal aussieht, zufrieden. Hauptsache sie ist da. So gibt es vorwiegend Schlägereien und etwas Blei. Zudem zeigt «Con Air» eine Reihe anständiger Explosionen, welche mir am besten gefielen.

Schlussendlich bleibt ein unterhaltsamer Streifen, den ich mir öfters anschauen kann. Dennoch fehlt ihm das gewisse Etwas und er leistet sich ein nicht abzustreitender Actionmangel während dem überlangen Mittelteil. Solide Actionunterhaltung fürs DVD-Regal.

 
Originaltitel: Con Air
Regie: Simon West Dezember 2009