Niveauloser und gänzlich missglückter Steigerungsversuch.
Knapp überlebt Chev Chelios (Jason Statham) den Sturz aus dem Helikopter. Asiatische Unholde nehmen ihn mit und setzen ihm ein künstliches Herz ein, welches von einer Art Autobatterie betrieben wird. Diese gibt jedoch bald den Geist auf, weshalb er sich selbst regelmässig Stromstösse verpassen muss, um am Leben zu bleiben und den Dieben seines richtigen Herzens nachzujagen.
Im Verleih von Ascot Elite
«Crank 2 – High Voltage» beginnt dort, wo Teil eins aufgehört hat, was ich schon mal begrüsse. Nachfolgend soll alles Mögliche, was den Vorgänger ausmachte, noch etwas mehr auf die Spitze getrieben werden. Doch genau dies misslingt; der Bogen wird eindeutig überspannt.
Da hätten wir vorab die unzähligen wirren Ideen, welche die Serie ausmachen. Diese sind noch abgehobener und gehen fast dauernd unter die Gürtellinie. Beispiele gefällig? Ich finde es nicht witzig, wenn ein kugelrunder Südamerikaner bedroht wird, indem ihm Chev Chelios eine Wumme in den Hintern steckt. Oder wenn die Hauptfigur im Finale, welches ohnehin eine grosse Enttäuschung darstellt, mit brennendem Kopf umhergeistert (zudem arg computeranimiert), kann ich einfach nur die Augen verdrehen. Cool oder amüsant finde ich das nicht und derartige Beispiele könnte ich viele aufzählen.
Ferner frage ich mich, weshalb Chelios’ Freundin ausgerechnet eine Striptease-Tänzerin geworden ist und weshalb einige Actionszenen in einem Nachtclub oder ähnlichem stattfinden müssen, wobei zunächst eine halbe Minute lang die Szenerie gezeigt wird (soll heissen: Entblösste Frauenkörper, die in Nahaufnahme über den Bildschirm wackeln). Sorry, aber wegen so etwas gehe ich eigentlich nicht ins Kino. Und neuerdings dürfen die Möchtegern-Playboybunnies auch an den Waffen mitmischen und dabei über den Haufen geschossen werden.
Im Verleih von Ascot Elite
Mit Teil eins haben die Macher bewiesen, dass sie auch abgefahrene Unterhaltung und skurrile Einfälle darbieten können, ohne die Plausibilität und das Niveau derart zu untergraben. Schade, dieses vorliegende Armutszeugnis.
Der Gerechtigkeit halber muss ich erwähnen, dass doch noch ein paar gelungene Einfälle auszumachen sind. Des Weiteren wurde die temporeiche Inszenierung beibehalten und die Musik macht öfters auf sich aufmerksam. Als zusätzlicher Helfer in Not erweist sich Hauptdarsteller Jason Statham.
Im Verleih von Ascot Elite
Die Action überzeugt mich leider auch weniger, bleibt aber trotzdem noch das Beste. Chev Chelios rennt, prügelt und schiesst sich bis zu seinem Herzen durch, wobei er nicht gerade zimperlich mit seinen Gegnern umgeht. Zudem hält er sich mit Elektroschocks am Leben, die er sich auf verschiedenste Weise verschafft. Mit Ausnahme von Letzterem sind Vielseitigkeit und innovative Ideen weniger vertreten. Sowohl die Quantität und Qualität wie auch die Anzahl der Actionszenen hat ein bisschen nachgelassen.
Fazit: «Crank 2 – High Voltage» ist nicht abgedreht und deshalb witzig, sondern nur noch pervers und geschmacklos. Anstatt den erfolgreichen Vorgänger zu übertrumpfen, hat er in vielerlei Hinsicht nachgelassen, auch in Sachen Innovation und Action. Gute neue Einfälle scheint niemand gehabt zu haben und man driftet deshalb einfach unter die Gürtellinie ab. Ärgerlich.
 | Originaltitel: Crank: High Voltage | |
| Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor | Juli 2010 |
Teile:
Crank
Crank 2 – High Voltage