Beeindruckendes, geradlinig umgesetztes Belagerungsszenario.
Auf Ende Jahr, pünktlich um Mitternacht, soll das heruntergekommene
13. Polizeirevier von Detroit geschlossen werden. Nur noch wenige Diensthabende sind vor Ort, um gemeinsam die letzte Silvesterparty zu feiern. Unter ihnen auch der Revierleiter Sergeant Jake Roenick (Ethan Hawke), der seit einem missglückten Undercover-Einsatz mit sich selbst zu kämpfen hat und sich daher gern dem Alkohol und Tabletten hingibt. Unerwartet trifft ein Gefangenentransport ein, weil der Bus aufgrund des Schneegestöbers nicht mehr weiterfahren kann. Nebst einigen Kleinkriminellen befindet sich auch der Gangster Marion Bishop (Laurence Fishburne) an Bord. Urplötzlich ist der Friede hinüber, denn die Polizeiwache wird von vermummten Schwerbewaffneten angegriffen, die es offenbar auf Bishop abgesehen haben. Erstaunt stellt die zahlenmässig unterlegene Schicksalsgemeinschaft bald fest, dass es sich bei den nächtlichen Belagerern um Cops handelt.
Bereits «Das tödliche Wespennest» und «Hostage – Entführt» versuchten sich an Belagerungsszenarien, doch «Das Ende» ist beiden zweifellos überlegen. Die Geschichte schafft eine interessante Ausgangslage und bringt durchaus spannende Momente hervor. Einzig die paar Hobby-Gangster stören mich gelegentlich.
Beachtenswert, weil überzeugend, werte ich die Figurenzeichnung der beiden Hauptcharaktere, für die es im Nachhinein keine bessere Besetzung geben könnte, als Ethan Hawke und Laurence Fishburne. Beide gehen in ihren Rollen voll auf. Vor allem Hawke hätte ich dies kaum zugetraut. Sowohl der Cop wie auch der Verbrecher können in den entscheidenden Augenblicken konsequent und brutal durchgreifen. Diese Geradlinigkeit wird durch die düsteren Bilder und ohnehin stilsichere Inszenierung bestens gestützt. Keine Frage, die Regiearbeit des bisher unbekannten Franzosen Jean-François Richet veredelt «Das Ende» massgebend.
Die Action tritt regelmässig in Erscheinung, dauert aber meistens nur kurz. Schade, denn die enthaltene Härte passt gut zum Film und die Abwechslung rechne ich dem Film hoch an. Da wird geprügelt und in «Stirb langsam 2»-Manier mit Eiszapfen umgegangen. Zudem schiessen beide Seiten mit allerlei Waffen aufeinander, setzen auch mal Sprengkörper und Feuer ein. Insbesondere im Finale bleibt der gekonnte Einsatz von Feuer länger in Erinnerung, wie schon bei «Hostage – Entführt».
Fazit: Von der harten und abwechslungsreichen Action hätte ich gern noch mehr gesehen. Inszenatorisch und schauspielerisch hervorragend empfiehlt sich
«Das Ende» dennoch vorbehaltlos für jeden Fan von Actionthrillern.
| Originaltitel: Assault On Precinct 13 | |
| Regie: Jean-François Richet | April 2011 |