Würdiges Prequel mit eher schwachen Darstellern.
Eine Fortsetzung, die keine ist. Der Film erzählt die Vorgeschichte des Actionreissers «Death Race».
Und die beginnt zunächst mal so, dass Carl Lucas (Luke Goss) mit seinen Komplizen einen Banküberfall verpatzt und dafür in den Knast wandert, nach Terminal Island. Dort findet der Showkampf namens Death Match statt, in dem jeweils zwei Insassen gegeneinander antreten und der erst mit dem Tod oder der Kapitulation eines Spielers endet. Der Kampf wird live in die Wohnstuben Amerikas übertragen, weil aber die Einschaltquoten mittlerweile in den Keller gesunken sind, überlegt sich die rücksichtslose Regisseurin der TV-Show (Lauren Cohan) eine Abwandlung. Death Match wird zu Death Race umgekrempelt und von nun an sollen die Gefängnisinsassen in einem tödlichen Autorennen gegeneinander antreten.
Copyright: Universal Pictures
Seit «The Marine 2» behalte ich ein Auge auf Roel Reiné, der sich nun erneut an einen zweiten Teil ran macht. «Death Race 2» zeugt ebenfalls von seinem Talent als Actionregisseur, wenngleich mir «The Marine 2» noch etwas besser gefallen hat.
Wiederum setzt er die grundsätzlich simple Geschichte längenfrei um und lässt es schön regelmässig krachen. Allzu negativ wirkt sich jedoch aus, dass vieles fast genau gleich wie im ersten Teil scheint und daher eher wie ein Remake anmutet. Die Autos, Schauplätze und sogar Figuren sind dieselben, letztere einfach etwas anders besetzt. Hierbei erhält der unbekannte Luke Goss deutlich am meisten Screentime, alle anderen müssen sich mit Nebenrollen begnügen. Allerdings bleiben insbesondere Danny Trejo und Sean Bean enttäuschend blass in ihren Rollen. Aber letztendlich wäre es doch der Hauptdarsteller, der hier am Karren ziehen müsste, was Luke Goss aber nur selten gelingt, weil er längst nicht das markante Charisma eines Jason Statham ausstrahlt. Ehrlich gesagt eine kaum lösbare Aufgabe, aber ob er die richtige Wahl war, wage ich zu bezweifeln.
Beibehalten wurden auch die düsteren Szenerien und der fetzige Sound, was hingegen rundum gelobt werden darf. Das Todesrennen ist weiterhin brutal und laut. Und das muss so sein!
Copyright: Universal Pictures
Somit wäre noch die Action zu bewerten, wobei der grösste Pluspunkt von «Death Race» bewahrt wurde, nämlich die beachtliche Menge. Der Genrefan erhält wirklich viel und beinahe durchgehend Action vorgesetzt. Grösstenteils im gleichen Stil inszeniert, zeigt sie vorerst nur Schlägereien und Gefängnisrevolten, mit Ausnahme eines kurzen Bankraubs und anschliessender Autoverfolgungsjagd in der «zivilen» Welt. In der zweiten Filmhälfte folgen dann die mörderischen Rennen mit Waffengebrauch, Explosionen und selbstverständlich massig Motorenlärm. Störend finde ich einzig, dass jede Explosion in Zeitlupe gezeigt wird, wobei ich Reiné aber attestieren muss, dass sie gelungen aussehen.
Fazit: Ich werde das Gefühl nicht los, das alles schon mal gesehen zu haben, weil vieles dem ersten Teil allzu ähnlich ist. Zudem fehlt es «Death Race 2» an überzeugenden Schauspielern. Dafür ist die Inszenierung und Action betreffend alles in Butter. Daher immer noch unterhaltsam und zufrieden stellend.
 | Originaltitel: Death Race 2 | |
| Regie: Roel Reiné | Februar 2011 |
Teile:
Death Race
Death Race 2