Stylischer Neo-Western (der aber in Mexiko spielt).
Von Rachegedanken getrieben erreicht der Mariachi (Antonio Banderas) eine zwielichtige mexikanische Kleinstadt. Weil Bucho (Joaquim de Almeida) seine Geliebte erschossen hat, tauschte er kurzerhand die Gitarre in seinem Koffer gegen allerlei Waffen.
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Mit Regisseur Robert Rodriguez ist es so eine Sache. Genauso mit seinem Kumpel Quentin Tarantino, der im Film eine kleine Rolle als Schauspieler erhält. Beide haben einen ähnlichen Stil, der mir noch nie zusagte. Unübersehbar will auch «Desperado» wieder etwas aussergewöhnliches sein. Seltsamerweise fand ich den Stil diesmal gar nicht mal schlecht, im Gegenteil, es gibt doch mehrere Szenen, die sogar auf mich cool wirken. Der Ort des Geschehens ist eine Stadt, die ich als Kreuzung zwischen Südamerika und dem Wilden Westen beschreiben würde und durchaus eine interessante Atmosphäre erschafft. Als sehr wichtig werte ich auch die Überzeugungskraft des Hauptdarstellers (Antonio Banderas) sowie der auffällige Gute-Laune-Soundtrack. Ausserdem amüsierten mich einige kleine Dinge, wie z. B. dass in einem Gitarrenkoffer tatsächlich eine Gitarre drin sein kann.
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Nach der Einführung folgt in einer Bar bald die erste Schiesserei von erfreulicher Länge. Deren Stil ist ebenso aussergewöhnlich wie der gesamte Rest des Films, denn die Getroffenen fliegen so übertrieben durch die Luft, wie ich es vermutlich noch nie gesehen habe, und dass der Hauptdarsteller mitten im Kugelhagel seelenruhig nachladen kann, weil die anderen ja sowieso nicht treffen, wurde wohl noch selten derart extrem zelebriert. Ich hatte den Eindruck, als ginge es darum das Inventar zu zerschiessen, anstatt den Gegenüber. Eigentlich auch ganz nett… Im Anschluss läuft leider gar nichts mehr. Der Style, die Musik und die Darsteller sollen es wohl richten, was aber bei einem zweiten Mal bestimmt nur noch halb so interessant wenn nicht gar langweilig ist. Zwischendurch darf Danny Trejo einen Auftritt als Messerwerfer darbieten, was ich auf aber aufgrund der Kürze nur ansatzweise als Actionszene werte. Kurz vor Filmende gibt es nochmals zwei Schiessereien, die der Art des ersten Gefechts treu bleiben, will übrigens heissen hoher Munitionsverbrauch und Brutalität inklusive. Zudem werden in einer Sequenz auch mehrere Explosionen gezeigt (ansonsten gibt’s keine).
Insgesamt genügt mir die Actionmenge nicht. Schade, denn das Neo-Western-Umfeld ist mal was Neues und die Action finde ich das Unterhaltsamste am Film. Somit scheint es mir, als biete er zu Beginn einen rechten Happen, nachfolgend sehr lange nichts mehr und hält stattdessen eine geballte Ladung bis zum Schluss zurück (so wie z. B. auch bei «True Lies»). Somit ist «Desperado» aus meiner Sicht kein Muss für Actionfans.
Fazit: Durchgestylt, guter Cast, gelungene Musik, mehrere gute Ansätze und ungefähr drei grössere Actionszenen. Wäre da nicht der überlange Mittelteil mit Actionmangel gewesen, wäre durchaus mehr drin gelegen.
 | Originaltitel: Desperado | |
| Regie: Robert Rodriguez | Februar 2010 |
Teile:
El Mariachi
Desperado
Irgendwann in Mexiko