Ob der Cannes-Gewinner «Drive» eventuell auch für Actionfans interessant sein könnte, war für mich aus dem Trailer nicht klar ersichtlich. Allerdings bleibt die Überraschung aus: «Drive» ist ein typischer Film für Filmkritiker. Und für die ist er auch wirklich gut.
Eine superlangsam erzählte Story in ebenso ruhigen, aber optisch gelungenen Bildern. Zu Beginn hat diese Langsamkeit tatsächlich etwas für sich, doch mit der Zeit wird es mir eben doch zu öde. Dass dennoch ein paar Spannungsmomente zustande kommen, muss ich ihm zugute halten, wozu sicher auch die guten Schauspielerleistungen beitragen, aber dafür fand ich die Musik mehrmals unpassend.
Im Verleih von Ascot Elite
Trotz des Titels wird in «Drive» nur wenig gefahren. Bei der eröffnenden Fluchtfahrt dröhnt der Motor nur wenige Male, ansonsten wird schön gemütlich der Polizei hinterhergefahren oder in der Masse unterzutauchen versucht. Flucht mal anders und daher amüsant. Einiges später gibt es eine etwas rasantere Verfolgungsjagd zwischen zwei Autos, aber ansonsten stehen die Räder still. Überrascht bin ich dann doch noch, wenn in der zweiten Hälfte eine Figur nach der anderen auf äusserst brutale Weise aus dem Film scheidet. Ob derartige Blutfontänen nötig gewesen wären, darüber lässt sich streiten. Hingegen als sicher gilt, dass Actionsuchties deplatziert sind. «Drive» versucht vielmehr mit seiner Langsamkeit eine Sogwirkung zu erzeugen, was bei mir nur am Anfang geklappt hat.
 | Originaltitel: Drive | |
| Regie: Nicolas Winding Refn | Dezember 2011 |