Einer von vielen Johnnie To-Durchschnittsfilmen.
O (Takashi Sorimachi) ist die Nummer 1 unter den asiatischen Killern. Routiniert und präzise. Doch der junge Tok (Andy Lau), der aus seinen Auftragserfüllungen gern eine extravagante Show macht, will O vom Thron stossen. Währenddem Inspektor Lee (Simon Yam) nicht allzu häufig mitmischen darf, gerät eine Frau namens Chin (Kelly Lin) zwischen die Fronten des entflammenden Duells der beiden Profikiller.
Genau wie vieles andere ist auch die Geschichte eine zwiespältige Angelegenheit. Die Einführung der beiden Killer ist sehr gelungen und stilistisch super choreographiert. Danach verliert sich «Fulltime Killer» etwas in seiner Story, die Chin auf sehr unglaubwürdige Weise in eine wichtige Rolle drängt. Andere Elemente wie die Vergangenheit von Tok sowie dessen Krankheit sind hingegen wieder bereichernd. Ebenfalls amüsieren mich die Anspielungen von Tok auf andere Actionfilme, wenn er beispielsweise von «Desperado» plaudert oder höchstpersönlich die Bankräuber aus «Gefährliche Brandung» parodiert. Dies leider nur während der ersten Filmhälfte.
Während die Musik entweder blass im Hintergrund bleibt oder auf Spannungsmache setzt, wirken die Schauspieler auf mich recht überzeugend. Zudem ist die Inszenierung von Regisseur Johnnie To diesmal ganz und gar auf Eleganz und Stil aus, was ihm überraschend gut gelingt, insbesondere während den Actionsequenzen. Dennoch kommt bei mir keine rechte Spannung auf. Da fehlt noch etwas... eine gewisse Substanz sowie eine klarere Linie. Einige Szenen scheinen mir bedeutungslos oder oberflächlich und insbesondere der letzte Abschnitt des Films wirkt sonderbar und will mir nicht recht zum Rest passen. Zudem fehlt es zeitweise etwas an Abwechslung, sodass eine gewisse Gleichförmigkeit auszumachen ist. Jedenfalls hat mich «Fulltime Killer» nicht auf konstantem Niveau unterhalten.
Am Anfang werden uns die beiden Konkurrenten vorgestellt, indem je eine Ausführung eines Auftrags gezeigt wird. Bereits hier wird deutlich, dass bei der Action fast ausschliesslich Schusswaffen zum Einsatz kommen, häufig auch in Zeitlupe und eben... elegantes Durch-die-Luft-Fliegen sowie einige blutige Einschüsse sind wichtig und somit ganz hübsch inszeniert. Nach der Einführung gibt es nur noch hin und wieder ganz wenig Action. Ungefähr zu Filmhälfte steigt dann die Anzahl Actionsequenzen an. Dieser Aufschwung gipfelt in einer Szene, in der O mit Chin aus einem Hochhaus flieht und die etwas ausgiebiger als die vorangegangenen Actionszenen ist. Dies ist leider der vorzeitige Höhepunkt, denn nachfolgend kommt nicht mehr viel.
Obwohl die Actionszenen im Allgemeinen das Beste sind, sind sie gleichzeitig eine weitere Schwachstelle. Dies dürfte dann auch der Hauptgrund für meinen durchzogenen Eindruck sein. Denn die Actionsequenzen sind zwar in beträchtlicher Anzahl vorhanden, jedoch von kärglicher Dauer. Die beiden Killer sind schliesslich Profis, was die meiste Zeit so viel bedeutet wie «ein Schuss, ein Treffer». Und so sind die Gefechte nur äusserst kurz. Ausgiebigere Kost gibt es kaum.
Fazit: Gelungener Beginn und schöner Stil, jedoch auf die Dauer etwas eingängig. Eine vorübergehende Temposteigerung schafft Raum für mehr Feuergefechte, die wegen Ihrer bedauerlichen Kürze den Film trotzdem nicht in eine höhere Liga schiessen lassen. Schade.
 | Originaltitel: Chuen jik sat sau | |
| Regie: Johnnie To, Wai Ka-Fai | Juli 2010 |