6 / 10  

Gefährliche Brandung

Gute Actionunterhaltung für Geduldige.

Der ehrgeizige FBI-Sprössling Johnny Utah (Keanu Reeves) soll zusammen mit dem erfahrenen Angelo Pappas (Gary Busey) eine Bande von Bankräubern stellen, die während ihren Überfällen Masken von ehemaligen US-Präsidenten tragen. Sie gehen gezielt und geschickt vor, weshalb sie der Polizei bisher entgangen und schon lange am Werk sind. Der Verdacht, bei den Tätern könne es sich um Surfer handeln, lässt Johnny Utah undercover in eine Surfergemeinschaft eintauchen, wo er sich in Tyler (Lori Petty) verliebt und dadurch auch näheren Kontakt zu Bodhi (Patrick Swayze) erlangt.

Szenenbild aus Gefährliche Brandung

Dank des Surfermilieus kann sich die Geschichte von anderen abheben. Doch bis sie richtig in Fahrt kommt, herrscht auch das ein und andere Mal Flaute auf See. Nach der Einführung widmet sich der Film seinen Surfszenen und diversen Weisheiten zur Sportart und hat nur vereinzelt etwas mit einem Actionfilm gemein. Zumindest lässt sich währenddessen bereits feststellen, dass Hauptdarsteller Keanu Reeves seine Sache gut macht und auch Regisseurin Kathryn Bigelow solide inszeniert, was sich beispielsweise anhand schöner Aufnahmen von Wellenritten zeigt. Besonders hervor stechen auch die zwei Absprünge mit dem Fallschirm. Die Filmmusik bleibt hingegen unauffällig.

Szenenbild aus Gefährliche Brandung

Nach einem ersten Banküberfall schlägt der Film wie gesagt vorerst keine grossen Wellen. Es ist ohnehin schade, dass er sich nicht mehr auf seine Banküberfälle konzentriert, da mich entsprechende Szenarien interessieren. Zum Glück gibt es ja noch «Inside Man».
Nach Filmhälfte bläst dann auf einmal ein gänzlich anderer Wind. Eine Schiesserei eröffnet den actionreichen zweiten Teil von «Gefährliche Brandung». Eine lange Verfolgungsjagd zu Fuss durch unzählige Wohnungen ist ebenso enthalten wie eine Autoverfolgungsjagd, zwei Fallschirmabsprünge und zwei weitere Banküberfälle. Einzig Explosionen fehlen. Somit ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Unterfangen, welches für das lange Warten grösstenteils entschädigt.

Fazit: «Gefährliche Brandung» ist zweigeteilt. Während der ersten Hälfte beleuchtet er das Surfermilieu, lässt den jungen Polizisten scheinbar erfolglos ermitteln und somit mehrere Längen aufkommen. Zu Filmhälfte kommt mit der abwechslungsreichen Action der willkommene Richtungswechsel, der gesamthaft betrachtet gut, aber doch nur teilweise über den mässigen ersten Teil hinweg täuscht. Kann man sich sicher ansehen, muss aber nicht.

 
Originaltitel: Point Break
Regie: Kathryn Bigelow Juni 2010