Heftiger Rachethriller.
Nachdem seine Frau (Brooke Stacy Mills) und seine Tochter (Ksenia Hulayev) brutal ermordet wurden, verliert Clyde Shelton (Gerard Butler) jegliche Lebensfreude. Als der psychisch gestörte Täter (Christian Stolte) nur mit einer geringen Strafe davonkommt, verliert der einstige Familienvater auch noch den Glauben in das Rechtssystem und schwört Rache. Diese plant er bis ins Detail und vollzieht sie zehn Jahre später auf grausame Weise. Als die Polizei ihn schnappt, lässt er alles widerstandslos mit sich geschehen, weil zu seinem Plan auch das Abrechnen mit dem Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) gehört, den er nun mit seinen eigenen juristischen Mitteln zu schlagen versucht. Die Justiz weiss sich je länger desto weniger zu wehren, weder im juristischen Geplänkel noch bei den Mordanschlägen auf alle, die mit dem Fall etwas zu hatten.
Im Verleih von Ascot Elite
Schon unzählige Male hat Hollywood versucht die Geschichte eines Mannes zu verfilmen, der ihm nahe stehende Personen durch ein Verbrechen verloren hat und sich im Alleingang an seinen Gegnern rächt. Den ebenso unzähligen misslungenen Versuchen zum Trotz, lässt die Filmschmiede nicht locker, diese Masche weiter auszuschlachten.
Schlechte Voraussetzungen also für einen Film namens «Gesetz der Rache». Während den ersten Minuten scheint dieser denn auch in altbekannten Bahnen zu laufen, und doch ist bei «Gesetz der Rache» alles anders.
Nach der kurz gehaltenen Einführung begeht die Hauptfigur ihre erste Racheaktion. Obwohl die eigentliche Tat nicht gezeigt wird, ist die Szene von unglaublicher Brutalität und geht unter die Haut. In der Folge rechnet Clyde Shelton in regelmässigen Abständen mit seinen Feindbildern ab, wobei er seine gnadenlose Gangart beibehält. Demnach gelingt es «Gesetz der Rache» tatsächlich, dem Rächer diejenige Herzlosigkeit zu verleihen, die schon andere Werke zeigen wollten, dabei jedoch klar scheiterten. Zwar beinhalten andere Filme wie «Man On Fire» oder «Punisher: War Zone» ebenfalls brutale Szenen, aber dafür überzeugen sie mich insgesamt nicht.
Aus den wiederholten Schockmomenten bezieht «Gesetz der Rache» seine Spannung, zumal Regisseur F. Gary Gray die Handlung schnell genug vorantreibt, dass keine Lücken entstehen. Erst kurz vor Schluss lässt eine simple Enthüllung die Spannung abflachen, aber bis dahin packt mich der Film. Die Musik fördert die Anspannung zusätzlich, während der Humor folgerichtig auf der Strecke bleibt.
Sehr gelungen auch die zwei Hauptcharaktere von Gerard Butler und Jamie Foxx, im Übrigen eine hervorragende Wahl. Als Zuschauer ist man sich selbst nie ganz einig, mit welchem der beiden man nun mitfiebern soll, denn einerseits versteht man den Missmut des Familienvaters, andererseits macht er sich durch seinen konsequenten Rachefeldzug zum Unmenschen. Wie er zudem die Justiz ausspielt, indem er sie mehrere Male mit ihren eigenen Mitteln ins Abseits führt, sehe ich als wohltuende Ergänzung an. Seine Vorgehensweise und somit der weitere Verlauf der Geschichte bleiben über weite Strecken undurchsichtig, was wiederum mein Interesse daran aufrechterhält.
Im Verleih von Ascot Elite
Wie sich Clyde ein Justizmitglied nach dem anderen vorknöpft, könnte man jeweils als kurze Actionsequenz bezeichnen. Seine Opfer sterben meist, ohne dass er selbst zugegen ist, denn sein Erfindergeist lässt ihn innovative, aber zweckdienliche Methoden kreieren. Vieles davon kennt man nicht schon von anderswo. Diese Neuartigkeit kombiniert mit der Regelmässigkeit, mit der die Aktionen stattfinden, stimmen mich zufrieden. Allerdings sei ganz klar darauf hingewiesen, dass definitiv im falschen Film sitzt, wer auf lange Schiessereien, Verfolgungsjagden, spektakuläre Faustkämpfe und dergleichen aus ist.
Fazit: «Gesetz der Rache» gelingt, was viele ähnliche Filme nicht geschafft haben, nämlich eine Rachegeschichte effektiv umzusetzen. Klar kann man ihm vorwerfen, übertrieben brutal und somit niveaulos zu sein, aber dennoch muss ich mir eingestehen, dass ich ihn sehr spannend finde. Vielleicht gerade deshalb, weil die Hauptperson ihren Rachefeldzug mit innovativen, aber unbarmherzigen Mitteln vollzieht. Die grundsätzlich konventionelle Geschichte wird so unvorhersehbar wie möglich erzählt und mit starken Schauspielern und solider Inszenierung versehen. Für Thrillerfans ist mir «Gesetz der Rache» jedenfalls eine Empfehlung wert.
 | Originaltitel: Law Abiding Citizen | |
| Regie: F. Gary Gray | Dezember 2010 |