Weniger geradlinig, aber trotzdem nicht schlecht.
Natürlich haben die Politiker ihr Versprechen nicht gehalten, dem Ghetto im Banlieue 13 Abhilfe zu schaffen. Die Mauer um das Viertel steht nach wie vor und die Herrschaft teilen sich fünf Gangs. Als Anführer der staatlichen DISS gelingt es Walter Gassman (Daniel Duval), die Ghettobewohner für den Tod einiger Streifenpolizisten verantwortlich zu machen. Die folgenden Unruhen wollen er und seine hochrangigen Verbündeten nutzen, um das Viertel hochoffiziell in die Luft bomben zu dürfen. Als der Cop Damien (Cyril Raffaelli) und sein befreundeter Banlieue-Bewohner Leito (David Belle) dieser Verschwörung auf die Schliche kommen, fühlen sie sich zum Handeln verpflichtet.
Bild Pathé Films
«Ghettogangz 2 – Ultimatum» merzt mehrere Schwächen des ersten Teils aus. Beispielsweise ist die Geschichte zwar erneut nichts Grossartiges und an sich simpel, wird aber interessanter, ernsthafter und deutlich weniger peinlich erzählt. Dadurch geht aber leider der Witz etwas verloren. Die Musik fällt wiederum auf und die gelungenen Bilder mit ihren schönen Farben gefallen mir. Von der Machart her muss sich der zweite Teil also keineswegs verstecken. Doch genau da liegt zugleich eine Unzufriedenheit meinerseits begraben, denn der Inszenierungsstil unterscheidet sich einfach allzu sehr vom Original. «Ghettogangz 2 – Ultimatum» ist nicht mehr der einfach gestrickte, geradlinige Actioner, auf seine Art zwar ebenfalls ziemlich unterhaltsam.
Bild Pathé Films
Die treibenden Kräfte hinter dem Film lassen offenbar zu sehr ausser Acht, dass es sich bei «Ghettogangz – Die Hölle vor Paris» um einen astreinen Turbo-Actioner handelte, der durch die hohe Anzahl Actionszenen begeisterte und man von der Fortsetzung gern Ähnliches gesehen hätte. Stattdessen gibt es weniger Actionszenen zu sehen, die dafür teilweise recht lange dauern und spektakulär gemacht sind. Wenn Cyril Raffaelli in bester Martial Arts-Manier eine ganze Horde Gegner vermöbelt, werden die Vorzüge der französischen Filmkunst am deutlichsten sichtbar. Eine erwähnenswerte Parkour-Verfolgungsjagd mit David Belle ist zur Filmhälfte ebenfalls dabei und sorgt für Laune, so wie eine kurze Sequenz, in der die beiden mit einem Auto durch ein Stockwerk der Polizeiwache brettern. Das nüchterne Finale vermag bedauerlicherweise nicht mitzuhalten. Zwar dringt ein ganzer Mob in die Polizeiwache ein, wobei einige Gesetzeshüter unter die Räder kommen, aber ein weiteres, dringend benötigtes Actionhighlight stellt dieser Abschluss nicht dar, zumal die Hauptakteure für meinen Geschmack zu sehr in den Hintergrund treten und das Macho-Gangstergetue überhand nimmt.
Fazit: Mindestens einmal sollte man sich «Ghettogangz 2 – Ultimatum» als Genrefan schon zu Gemüte führen, handelt es sich doch um eines der wenigen ungefähr gelungenen Sequel. Allerdings sollte man sich auf weniger Action einstellen. Im Gegenzug haben sich sowohl die Geschichte als auch das Visuelle weiterentwickelt.
 | Originaltitel: Banlieue 13 - Ultimatum | |
| Regie: Patrick Alessandrin | Juni 2011 |
Teile:
Ghettogangz – Die Hölle vor Paris
Ghettogangz 2 - Ultimatum