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8 / 10  

Hard Rain

Wenig beachtetes, aber sehenswertes Kleinod.

Die Bewohner des Städtchens Huntingburg in Indiana fürchten sich vor dem örtlichen Staudamm, der aufgrund anhaltender Regenfälle zu brechen droht. Dies würde das Ende bedeuten für die Ortschaft, die schon jetzt mit Überschwemmungen zu kämpfen hat. Schliesslich wird die Evakuierung angeordnet und auch das Geld der Bank soll weggebracht werden. Auf dieses haben es der alternde Gangster Jim (Morgan Freeman) und seine Komplizen abgesehen und so überfallen sie den Geldtransporter. Weil der Sheriff
(Randy Quaid) nicht rechtzeitig zu Hilfe eilen kann, entschliesst sich der Fahrer Tom (Christian Slater) kurzum, den Angreifern persönlich die Stirn zu bieten, wobei er unerwartet von der Restaurateurin Karen (Minnie Driver) Unterstützung erhält, die sich der Zwangsevakuierung widersetzt hat.

Szenenbild aus Hard Rain

An und für sich mag die Geschichte lediglich Standard erreichen, doch die simple Idee eines Überschwemmungs-Szenarios sorgt für genügend Innovation. Daraus ergeben sich nämlich einige Szenen, die man so wahrlich nicht alle Tage sieht. Und das ist allemal ein Lob wert, meine ich.
Zum Beispiel gibt es mit Jetskis eine Verfolgungsjagd durch ein Schulhaus oder es kann schon mal vorkommen, dass die bösen Buben mit Booten durch zerberstende Kirchenfenster donnern. Ohnehin ist dank dem Wasser viel Kinetik garantiert, die jeweils in den Actionszenen gipfelt, wobei es nebst den obligatorischen Befreiungsaktionen vor dem Wassertod und dem Sachschaden auch ein paar Schiessereien zu verzeichnen gibt. Klar könnte es noch mehr Konfrontationen geben, aber die Menge finde ich dennoch ausreichend und weise gewählt, denn schliesslich wäre das ganze aufgrund der wenigen Beteiligten noch unglaubwürdiger, als es sowieso schon ist.

Szenenbild aus Hard Rain

Der Figurenzeichnung widmet sich «Hard Rain» nur flüchtig. Das fällt aber nicht ins Gewicht, weil dies die Schauspieler grösstenteils ausbügeln können. Insbesondere Christian Slater beeindruckt mich, wie es bereits bei
«Broken Arrow» der Fall war. Zudem darf «Hard Rain» auf seine solide Inszenierung zählen, denn sobald Wasser im Spiel ist, wird es häufig schwierig, vor allem die Actionszenen visuell akzeptabel hinzukriegen. Die Musik bleibt indes nebensächlich, der Humor ebenso.

Fazit: «Hard Rain» hebt sich wohltuend vom Einheitsbrei ab und entwickelt dank dem wässrigen Handlungsumfeld eine eigene Atmosphäre. Inszenierung und Schauspieler stellen mich zufrieden, die Action ebenso. Beste Unterhaltung und zweifellos ein Geheimtipp für jedermann.

 
Originaltitel: Hard Rain
Regie: Mikael Salomon April 2011