Ein weiterer «Klassiker», der mich nicht überzeugt.
Mit gross angelegten und perfekt geplanten Raubüberfällen, beispielsweise auf Banken, sahnen Neil McCauley (Robert De Niro) und seine Ergebenen
(u.a. Val Kilmer, Tom Sizemore) mächtig ab. Als der Neuling Waingro
(Kevin Gage) bei einem Überfall auf einen Geldtransporter patzt, scheint Los Angeles ein zu heisses Pflaster zu werden für die Gangster. Kurz darauf verliebt sich McCauley in Eady (Amy Brenneman) und beschliesst, mit ihr fortzuziehen. Vorher will er aber noch einen letzten grossen Raub durchziehen und muss dabei aufpassen, nicht doch noch vom ehrgeizigen Polizisten Vincent Hannah
(Al Pacino) geschnappt zu werden, der schon lange hinter dem Bandenboss her ist.
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Eine Bande von Bankräubern eignet sich meiner Meinung nach gut für einen Actionthriller. Obwohl die Geschichte mit altbekannten Elementen hantiert, wäre sie an und für sich gut, wenn sie nicht auf die Überlänge von mehr als zweieinhalb Stunden gestreckt würde. Dies werte ich ohnehin als den negativsten Kritikpunkt; der Film ist einfach tausendmal zu lang. Daher mangelt es ihm an vielen Stellen arg an Tempo und Spannung. Es ist mir ein Rätsel, weshalb «Heat» viele Filmfreunde derart fasziniert. Mich hat er höchstens durchschnittlich unterhalten. Es sei noch angefügt, dass fast alle meiner Kollegen diese Meinung teilen.
Den genannten Schwächen hält Regisseur Michael Mann seine farblich ausgewogene Optik und den starken Cast entgegen, angeführt von Al Pacino und Robert De Niro.
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Die erste kleine Actionszene des Films, ein Überfall auf einen Geldtransporter, bietet zwar kein grosses Spektakel, punktet aber durch Realitätsnähe und gekonnte Inszenierung. In der Folge bleibt die Ausbeute für Actionfans gering, es gibt nur wenige und stets kurze Schusswechsel. Dafür wird in «Heat» nicht nur mit Maschinengewehren herumgefuchtelt, sondern sie kommen tatsächlich zum Einsatz, wobei ihr Knallen alles andere übertönt, was ebenfalls der Realität entspricht. Besonders wertvoll erweist sich dieses Plus natürlich in der legendären und äusserst ausgiebigen Schiesserei auf offener Strasse kurz nach Filmmitte. Sie gehört zu Recht zum überzeugendsten und besten, was das Genre zu bieten hat. Passanten rennen schreiend weg währenddem der Munitionsverbrauch rapide in die Höhe schiesst und Polizeiautos zersiebt werden. Ein wahres Fest.
Fazit: Die Geschichte kommt nur mühsam voran und lässt nur ganz selten Spannung aufkommen. Schuld daran ist die epische Laufzeit. Als Ersatz springen die namhaften Schauspieler und die Optik ein. Zum Pflichtprogramm gehört «Heat» aber der legendären Schiesserei auf offener Strasse wegen. Trotz der wuchtigen Inszenierung der Action, gibt es ansonsten nicht viel davon. Insgesamt habe ich kein Verständnis dafür, dass der Film gemeinhin als Meisterwerk betitelt wird.
 | Originaltitel: Heat | |
| Regie: Michael Mann | November 2010 |