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4 / 10  

Kiss Of The Dragon

Liu Jian (Jet Li) ist einer der besten Agenten Chinas. Er reist nach Paris, um seine französischen Kollegen bei der Observation eines verdächtigen asiatischen Geschäftsmannes zu unterstützen. Die Sache läuft schief. Der Verdächtige wird im Hotelzimmer ermordet. Liu Jian ist schnell klar, dass die französischen Kollegen nicht sauber sind und sie den Mord arrangiert haben, welchen sie nun ihm anhängen wollen. Und so kommt es, dass die kleine chinesische Kampfmaschine die bösen Polizisten zu überführen versucht und dabei stets von ihnen gejagt wird.

Klingt altbekannt? Ist es auch. Aber die Geschichte ist leider nicht das einzige Manko. «Kiss Of The Dragon» macht den Fehler, dass er ein viel zu langsames Erzähltempo an den Tag legt, sodass mir die Abschnitte zwischen den Kampfeinlagen zu lange dauern. Nebst ebendiesen bietet der Film leider gar nichts Interessantes. Jet Li erhält auf seinem Paris-Ausflug unfreiwillig Begleitung von einer Prostituierten (Bridget Fonda), die dem Polizeichef «gehört». Das Kennenlerngeplänkel zwischen den beiden wird unnötig in die Länge gezogen, nimmt dem Film das Tempo gänzlich und wirkte für mich schlichtweg haarsträubend und peinlich.
Die Schauspielerleistungen sind allesamt akzeptabel, aber nicht wirklich gut. Die Filmmusik fällt nicht besonders auf.

Szenenbild aus Kiss Of The Dragon

Das könnte ich ja alles noch verkraften, wenn es durch genügend Action wieder wettgemacht würde. Genau das bleibt aber aus, was den Film zu seichter Unterhaltung verwässert.
Viel Positives habe ich im Vorfeld über den Film gelesen, wodurch bei mir Erwartungen geschürt wurden, die der Film zu keinem Zeitpunkt erfüllen konnte. Die Martial Arts-Kämpfe sind zwar zweifelsohne gut choreographiert, treten aber in zu geringer Menge auf. Die Wendigkeit von Jet Li ist fantastisch und die Zweckentfremdung mancher Alltagsgegenstände macht Spass. Ab und zu setzen seine Gegner auch Schusswaffen ein, treffen aber – wie könnte es auch anders sein – ihr Ziel nie. Da die Fights als einzige überzeugen, sehnte ich mir stets nur den nächsten Kampf herbei. Das beginnt schon bei der Eröffnungssequenz im Hotel. Die Macher wollten wohl zuerst Spannung erzeugen, bevor es mit der Action losgeht. Doch sie lassen den Zuschauer einen Tick zu lange warten, sodass anstelle von Spannung eine Wann-gehts-endlich-los-Atmosphäre entsteht.

Fazit: Die Martial Arts ist gut. Ansonsten bietet «Kiss Of The Dragon» einfach nur Langeweile pur, weshalb ein grosses Stück mehr Action bitter nötig gewesen wäre. Kann man sich sparen. Schade um das verschenkte Potenzial...

 
Originaltitel: Kiss Of The Dragon
Regie: Chris Nahon Juli 2009