Vielseitig, clever, beeindruckend.
Zusammen mit ihren Eltern wandern Yuri Orlov (Nicolas Cage) und Bruder Vitaly (Jared Leto) aus der Ukraine aus. In ihrer neuen Heimat Brighton Beach, New York, haben sie es zunächst nicht leicht. Doch als Yuri hautnah eine kurze Schiesserei miterlebt, flammt in ihm eine Geschäftsidee auf… er will unbedingt Waffen verkaufen. Rasend schnell werden aus kleinen Deals immer grössere und Yuri entwickelt sich zusehends zu einem der bedeutendsten Waffenhändler der Welt.
Im Verleih von Ascot Elite
Das Drehbuch ist nur eine der Stärken von «Lord Of War». Daran finde ich besonders eindrücklich, dass die Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen und die statistischen Fakten, die uns der Hauptcharakter hin und wieder auftischt (obwohl er daraus häufig zweifelhafte Schlüsse zieht), sind verblüffend und schockierend zugleich. Aufgrund des Realitätsbezugs geht «Lord Of War» auch als Biografie und Dokumentation durch, nicht nur als unterhaltsamer Spielfilm und Drama. Bei solch ausgeprägter Vielseitigkeit könnte manch einer ein künstlerisches Durcheinander befürchten, doch Regisseur Andrew Niccol schafft es meisterlich, alle Aspekte zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenzufügen.
Im Verleih von Ascot Elite
Die Schauspieler überzeugen allesamt, doch werden sie zweifellos von Nicolas Cage in den Schatten gestellt, der als Waffenhändler zeigen kann, was in ihm steckt und eine brillante One-Man-Show abliefert. Für mich seine vielleicht beste Leistung.
Die Musik sitzt perfekt und optisch kriegen wir sehr schöne, farbintensive Bilder zu sehen, die jedoch nie kitschig wirken. Einen besonderen Hingucker hält
«Lord Of War» gleich zu Beginn bereit, indem er eine Gewehrkugel durch alle Stufen der Produktion bis hin zu deren Verwendung mitverfolgt. Eine besondere Art von Bullet Time sozusagen.
Es zischen zwar ab und zu Kugeln durch die Luft, zwei Fahrzeuge explodieren oder der Waffenhändler muss den Gesetzeshütern ein Schnippchen schlagen, aber wirkliche Action hat in dem dichten Mix nicht auch noch Platz gefunden, weil es nicht gepasst hätte.
Schlussendlich funktioniert «Lord Of War» auf mehreren Ebenen hervorragend, ist Biografie, Dokumentation und Drama zugleich. Dass das so wunderbar klappt, verdankt er dem intelligenten, realitätsnahen Drehbuch, dem extrem stark aufspielenden Nicolas Cage und der perfekten Inszenierung, die das Geschehen musikalisch passend untermalt und in farblich bestechende Bilder fasst. Unterhaltsam, nachdenklich stimmend und wärmstens zu empfehlen.
 | Originaltitel: Lord Of War | |
| Regie: Andrew Niccol | April 2011 |