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6 / 10  

Metro

Unterhaltsamer und überraschend ernsthafter Actionthriller.

Bei Geiselnahmen in San Francisco ist Scott Roper (Eddie Murphy) immer an vorderster Front dabei. Als Verhandlungsführer macht ihm keiner etwas vor. Privat läuft es hingegen nicht rund: Weil er spielsüchtig ist, hat ihn seine Freundin Ronnie (Carmen Ejogo) verlassen. Als sein Freund und Vorgesetzter Sam Baffett (Art Evans) ermordet wird, beschliesst Roper, dies nicht einfach hinzunehmen und beginnt mit der Suche nach dem Täter.

Szenenbild aus Metro

Die einleitende Geiselnahme in der Bank ist nichts Neues, aber es unterhält. Danach schlägt «Metro» einen von mir unerwarteten Ton an. Wo andere Filme nur kurz das Pflichtprogramm abspulen über einen Polizisten der seine ehemalige Geliebte vermisst, um diese dann später als plumpe Plotstütze zu missbrauchen, lässt «Metro» seiner Beziehungsgeschichte Raum. So finden ruhige Szenen ihren Platz und das überzeugender als angenommen, weil sowohl die Story wie auch die routinierte Inszenierung dem Geschehen einen bodenständigen Anstrich bescheren. Zudem gehen Eddie Murphy schon früh die Sprüche aus und er gibt sich für einmal recht ernsthaft.
In der zweiten Filmhälfte nimmt das Geschehen deutlich Fahrt auf und «Metro» wird zu einem typischen Actionthriller, lässt den Murphy-typischen Humor aber weiterhin bewusst aussen vor, was ich begrüsse und mich gut unterhalten fühle.

Szenenbild aus Metro

Die Action konzentriert sich fast ausschliesslich auf die zweite Filmhälfte. Diese wird mit dem unbestrittenen Highlight des Films eingeläutet, einer langen Verfolgungsjagd mit Autos und später auch der Beteiligung einer der bekannten Strassenbahnen von San Francisco, inklusive obligatorischem aber nicht übertriebenem Sachschaden. Das Finale ist etwas kürzer und weniger spektakulär, rundet den Film aber passend ab. Dazwischen gibt es ein paar kurze Schusswechsel, Faustkämpfe und Verfolgungsjagden zu Fuss. Insgesamt eine überschaubare Actionmenge.

Fazit: Ausnahmsweise ein bodenständiger Actionthriller mit Eddie Murphy und deshalb positiv überraschend. Die Inszenierung ist routiniert, die Geschichte grösstenteils gewöhnlich und hätte lediglich mit mehr Action garniert werden können. Verdiente 6 Punkte.

 
Originaltitel: Metro
Regie: Thomas Carter Februar 2011