Remake aus Russland. Besser als das Original.
In Moskau beschatten Smirnov (Andrei Merzlikin) und seine Polizeitruppe eine Bande mutmasslicher Waffenhändler. Plötzlich tauchen zwei Verkehrspolizisten auf und vermasseln die Sache gewaltig, denn die Situation eskaliert zu einer minutenlangen Schiesserei auf offener Strasse. Ein zufällig anwesender Kameramann fängt die Szene ein und so ist die Blamage für die Gesetzeshüter perfekt. Der Kreml tobt und verlangt die sofortige Beseitigung der flüchtigen Gangsterbande, die sich mittlerweile in ein Hochhaus am Stadtrand zurückgezogen hat. Die PR-Verantwortliche Katya (Mariya Mashkova) will den Einsatz filmen und das angekratzte Image der Polizei somit aufpolieren.
Alt ist der asiatische «Breaking News» von Johnnie To zwar noch nicht, aber es gibt dennoch bereits ein Remake davon. Und dieses kommt aus, haltet euch fest... Russland. Ich habe noch nie einen russischen Film angeschaut, muss aber sagen, dass mir die Inszenierung um einiges besser gefallen hat als beim Original. Im Gegensatz zu diesem überzeugt mich die Bildqualität von «Newsmakers» und auch die Musik macht diesmal ihren Job. Die Schauspieler haben mich positiv überrascht, sodass sie es mit zusätzlicher Unterstützung der besseren Dialoge schaffen, das Geschehen viel glaubwürdiger wirken zu lassen als in «Breaking News», bei dem ich mehrere Peinlichkeiten verkraften musste. Somit bügelt die russische Produktion mehrere Schwächen aus, die mich beim Original gestört haben.
Vor allem die erste Filmhälfte unterhält daher gut. In der zweiten geht aber auch «Newsmakers» die Luft aus, was er sich selbst zuzuschreiben hat, denn er klammert sich förmlich an die Vorlage und weicht nur minimalistisch von der ursprünglichen Geschichte ab. Schade, dass daher Überraschungsmomente ausbleiben, die Spannung ebenfalls und man das Gefühl berechtigterweise nicht los wird, das alles schon mal beinahe identisch gesehen zu haben. Nur eben ein wenig schlechter umgesetzt, damals.
Die eröffnende Schiesserei versucht zum Glück gar nicht erst, das Gefecht in möglichst einer Kameraeinstellung zu zeigen. Dafür wäre sie ja auch zu lang, denn «Newsmakers» versucht die Actionszenen etwas auszubauen, was aber nur in kleinem Masse möglich ist. Die Schiesswütigen begeben sich zwar kaum in Deckung und herumgehechtet oder dergleichen wird auch nicht, dafür feuern sie aber aus allen Rohren und nieten erbarmungslos alles nieder, was nach Feind aussieht. Anderweitige Action gibt es bekanntlich kaum, höchstens die paar hübschen Explosionen sind erwähnenswert. Zudem gilt auch in Bezug auf die Action, dass die erste Filmhälfte deutlich besser abschneidet (von der Menge her) als die zweite.
Fazit: Die Russen demonstrieren Johnnie To schmachvoll, wie sein Film eigentlich hätte aussehen müssen. Da «Newsmakers» aber fast 1:1 dieselbe Geschichte erzählt, somit die Bezeichnung Remake besser passt denn je, fehlt es ihm gänzlich an Originalität und Überraschungseffekten. Dennoch: Ich bin überrascht, wie gut die Russen einen Actionthriller zu Inszenieren wissen und wenn sie mal gerade kein Remake produzieren sollten, werde ich gerne wieder einen Blick gen Osten werfen.
 | Originaltitel: Goryachie novosti | |
| Regie: Anders Banke | Januar 2011 |