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6 / 10  

Ninja Assassin

Ultrablutige Ninja-Fehde.

Einst hat Raizo (Rain) einem Ninja-Clan angehört und durchlief eine harte Ausbildung, wodurch er zu einer erbarmungslosen Kampfmaschine wurde. Allerdings hat er den Clan mittlerweile verlassen und kämpft seither gegen seine eigenen Leute. Eines Tages geraten die Europol-Agentin Mika Coretti (Naomie Harris) und ihr Vorgesetzter Ryan Maslow (Ben Miles) den als Legende geltenden Ninjas gefährlich nahe, sodass die Ermittlungen immer riskanter werden.

Szenenbild aus Ninja Assassin

Der Filmstart geht tüchtig in die Hose: Das eröffnende Gemetzel ist nur auf Brutalität und literweise Kunstblut aus, fügt sich zudem überhaupt nicht in den Rest der Geschichte ein und fällt für mich daher unter die Kategorie «geschmacklos». Bereits überlege ich mir «Ninja Assassin» gar nicht mehr weiterzuschauen. Doch ich bleibe dran… und werde belohnt. Nachfolgend wird mit ausführlichen Rückblenden die Ausbildung gezeigt, die aus Kindern gnadenlose und schmerzunempfindliche Kämpfer macht. Natürlich habe ich schon mehrmals Ähnliches gesehen und das Drehbuch ist generell nicht mit Ideenreichtum gesegnet, aber es unterhält schon deutlich besser.

Genau wie bei «V wie Vendetta» (Regie: James McTeigue) spielen die meisten Szenen bei Nacht, weshalb die Handlungen teilweise nur schwierig zu erkennen sind, was besonders bei den Actionszenen etwas stört. Ansonsten gibt es an der Inszenierung nur wenig zu beanstanden, die Optik der meisten Bilder überzeugt. Die Musik und die Schauspieler erfüllen ihren Zweck, aber mehr nicht. Humor wäre unpassend, weshalb «Ninja Assassin» darauf verzichtet.

Szenenbild aus Ninja Assassin

Der Film startet erst in der zweiten Filmhälfte richtig durch, was wir der Action verdanken. Zwar sind es insgesamt nur etwa zwei bis drei Actionsequenzen, dafür gestalten sich diese sehr ausgiebig. Hierbei ziehen die schwarz verhüllten Wirbelwinde mit Schwertern und teilweise mit ihren metallenen Wurfsternen ins Gefecht. Über Schiesseisen verfügen nur die Polizeikräfte im Finale, aber sie erwischen kaum je einen Asiaten. Etwas Feuer und Explosion wird als Abschluss ebenfalls beigemischt, aber insgesamt gibt es nur wenig Abwechslung. Im Gegenzug ist «Ninja Assassin» einer der blutigsten Actionfilme überhaupt, sogar «John Rambo» wird darob eifersüchtig. Ich finde es übertrieben und unnötig, zumal man dem Blut seine Künstlichkeit meistens ansieht.

Fazit: Mit grundsoliden Produktionswerten versehen erzählt «Ninja Assassin» seine eher dünne Story über die Ausbildung von Ninjas, die dann während der zweiten Filmhälfte aufeinander losgehen und fortan für reichlich Kampfaction sorgen. Trotz massiv übertriebenem Blutgespritze dürften Actionfans mit dieser zweiten Filmhälfte zufrieden sein. Oberer Durchschnitt.

 
Originaltitel: Ninja Assassin
Regie: James McTeigue Dezember 2010