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7 / 10  

Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

Unterhaltsames Thriller-Remake.

Mitten in einem Tunnel bleibt die U-Bahn Pelham 123 stehen. Ryder (John Travolta) hat sie zusammen mit seinen Komplizen in seine Gewalt gebracht und fordert nun Lösegeld. Der Kidnapper will einzig und allein mit Walter Garber (Denzel Washington) sprechen, dessen Aufgabe eigentlich die Koordination von New Yorker U-Bahnen ist. Schon bald stellt sich heraus, dass es Ryder ungeheuer ernst meint.

Szenenbild aus Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

Der grosse Wurf ist «Pelham 123» nicht, aber auf jeden Fall unterhaltsames Thrillerkino. Und mehr erwarte ich bei diesem Regisseur gar nicht. Die Handlung ist gut, dürfte aber trotzdem noch ausgefeilter sein, da es sich um einen Thriller handelt. Zudem werden während dem Film einige Fragen aufgeworfen, die dem Zuschauer aber nicht beantwortet werden. Das Tempo des Films ist nicht besonders hoch, aber soweit in Ordnung. Dagegen ist die Inszenierung umso rasanter. Schnitte, Kameraschwenks, unscharfe Bilder und intensive Farben flimmern wie wild über die Leinwand, als gelte es eine Wette zu gewinnen. Na ja, ich fand es ganz nett, obwohl sich wieder viele darüber grün und blau ärgern werden. Ein höchst moderner Film eben.

Ein Glanzpunkt sind die Schauspieler. Es gibt ein Wiedersehen mit einem aus «Transformers» bekannten Gesicht und Denzel Washington erfüllt seine Aufgabe erneut locker. Ein echter Genuss ist John Travolta, dem die Rolle des Bösewichts – wie zuvor z. B. in «Broken Arrow» – erneut wie angegossen passt. Und erst dieser urkomische Schnauz…

Szenenbild aus Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3

Ebendieser Fiesling ist es, dem wir die packendsten Momente zu verdanken haben. Ryder zeigt eindrücklich, dass er dazu bereit ist Geiseln niederzustrecken. Wenn er ausrastet und sich ein heftiges Wortgefecht mit seinem Gegenüber am anderen Funkgerät liefert, fühlte ich förmlich die Bedrohung. Irgendwie will die Spannung aber nicht recht konstant bleiben. Die etwas zähflüssigeren Filmminuten werden mit einer Prise Humor und polizeiinternen Besprechungen so gut es geht überbrückt. Immer dann, wenn der Film langweilig zu werden droht, spannt er zum Glück den nächsten kurzen Spannungsbogen.

Wer einen reisserischen Actionkracher erwartet, wird enttäuscht. Die Action steht im Hintergrund, was sich jeder bereits vor Filmbeginn bewusst sein sollte. Auf dem Programm stehen Auto- und Motorradunfälle, einige umherschwirrende Kugeln und das war’s grösstenteils schon. Eine Stärke von «Pelham 123» ist, dass die kurzen Actionsequenzen gezielt eingesetzt werden. Wenn geschossen wird, wird auch getroffen. Die Geiselerschiessungen sind brutal, was der Atmosphäre gut tut.

Wer für einmal nicht sinnfreies und endloses Herumgeballere sehen will, aber trotzdem gute, wenn auch nicht anspruchsvolle Unterhaltung wünscht, ist hier richtig. Sehenswert.

 
Originaltitel: The Taking Of Pelham 1 2 3
Regie: Tony Scott Oktober 2009