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Punisher: War Zone

Neuer Punisher, neues Unglück.

Seit dem Mord an seiner Familie hat Frank Castle (Ray Stevenson) das Gesetz selbst in die Hand genommen und massakriert nach Belieben einen Gangster nach dem anderem. Während einem Feuergefecht verunstaltet er das Gesicht des Schurken Billy Russoti (Dominic West) schwer, woraufhin sich dieser Jigsaw nennen lässt und ebenfalls auf Rache sinnt.

Szenenbild aus Punisher: War Zone

Nach dem durchschnittlichen «The Punisher» bräuchte ich eigentlich keine Fortsetzung. Weil jedoch das vorliegende Werk nichts mit dem Vorgänger gemeinsam hat (mit Ausnahme des Rachemotivs), gab es dennoch Hoffnung auf einen guten Actionfilm. Diese stellt sich allerdings als vergeblich heraus.

Die Geschichte ist sehr dürftig und scheint nach der ersten halben Stunde still zu stehen. Der Bösewicht, dessen Gesicht hässlich entstellt ist, sowie sein psychisch gestörter Bruder haben mich während jeder einzelnen Minute Leinwandzeit enorm genervt. Da ist der rockige Soundtrack noch etwas vom Besseren und zudem mag noch zu vertrösten, dass Hauptdarsteller Ray Stevenson als eiskalter Killer den besseren Punisher abgibt als Thomas Jane vor einigen Jahren. Aufmunternd ist auch die gelungene, düstere Optik.

Szenenbild aus Punisher: War Zone

Nichtsdestotrotz bleibt vor allem eine Sache die grosse Schwäche des Films… die Action! Bei einem solchen Filmtitel erhoffe ich mir einiges, zumal diese Erwartung von den vielen positiven Online-Filmkritiken gestützt wird, die von einem beinahen Actionoverkill sprechen. Genau dieser bleibt aber aus. Schon früh kommt es zu zwei Schiessereien (die Szene, in welcher der Held sich kopfüber an eine Lampe hängt und sowohl drehend als auch beidhändig um sich schiesst, hat Stil), die eigentlich einen gelungenen Auftakt bilden. Zudem zeigt sich bald, dass hier nicht mit Blut und Brutalität gegeizt wird. Das mag in einen Punisher-Film passen, erstaunt aber umso mehr, wenn man bedenkt, dass eine Frau Regie führte. Im Anschluss schleicht der Film aber dahin und der Genrefan muss sich für weiteres Fressen bis kurz vor dem Finale gedulden, welches erneut hauptsächlich Waffengebrauch beinhaltet (Fäuste und Sprengsätze kommen selten zum Einsatz). Somit stellt «Punisher: War Zone» für mich einen weiteren gescheiterten Versuch dar, die Rachegeschichte würdiger zu verfilmen, denn mehr Action als der Vorgänger bietet er nicht und meines Erachtens macht möglichst viel Brutalität eine Actionszene nicht unbedingt besser.

Zusammenfassend versucht «Punisher: War Zone» vergebens der ausgelutschten Thematik mit einem grimmigen Hauptdarsteller, rockigem Sound und viel Brutalität beizukommen. Die störenden Bösewichte, die dünne Story und vor allem zu wenig Actionszenen versenken den Streifen schlussendlich in der untersten Liga.

 
Originaltitel: Punisher: War Zone
Regie: Lexi Alexander Juni 2010
 

Teile:
The Punisher
Punisher: War Zone