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5 / 10  

Red

Fade Actionkomödie trotz einigen amüsanten Momenten.

Retired and Extremely Dangerous: Frank Moses (Bruce Willis) und seine Kumpels Joe (Morgan Freeman), Marvin (John Malkovich) und Victoria
(Helen Mirren) gehörten einst der Top-Liga der CIA an, sind mittlerweile aber nicht mehr im Dienst. Eines Tages eröffnet jemand die Jagd auf die rüstigen und recht eigenartigen Ex-Agenten, die nun erneut ihr Können zusammenkratzen müssen und die Verschwörung aufzudecken versuchen.

Szenenbild aus Red

Der unbeschwerte Filmbeginn räumt meine Bedenken augenblicklich beiseite, wonach ich befürchtete, «Red» könnte meinen Humor überhaupt nicht treffen. Als Frank Moses’ Haus mittels sekundenlangem Dauerfeuer in seine Einzelteile zerschossen wird, kann ich einfach nur grölen. Ansonsten sind die Witze unaufdringlich und werden von Selbstironie getragen. Die beschwingte Musik trägt das Ihre zum amüsanten Grundton bei. Bedauerlicherweise erweist sich der Soundtrack als omnipräsent und daher je länger desto mehr nervend.

Die Geschichte schafft es von Anfang an nicht über den Durchschnitt und kommt nur müssig voran. Ohnehin flacht «Red» bald einmal ab, weil die Inszenierung zu einem Einheitsbrei verkommt, der seinen anfänglichen Charme verliert. Es ist irgendwie immer etwas dasselbe. Zudem nimmt die Gagdichte ab und das, was wohl als lustige Einlage gedacht war, funktioniert immer seltener. Stets gelungen finde ich dafür die Postkartenmotive, mit welchen dem Zuschauer die regelmässigen Ortswechsel vor Augen geführt werden. Des Weiteren retten die erfahrenen Schauspieler mit ihrer Routine noch einiges, wobei Bruce Willis eindeutig die zentrale Position einnimmt. Betrügerisch kurz hingegen die Leinwandzeit von Morgan Freeman, der nach anfänglichem Auftritt länger untertaucht, nur um danach auf unbefriedigend leichtfertige Weise aus dem Rennen zu scheiden.

Szenenbild aus Red

Für Lichtblicke sorgen natürlich auch die Actionsequenzen, die sowohl absichtlich übertriebene Szenen als auch ernsthaftere bieten. Im Mittelteil darf Frank Moses gegen den Hauptkonkurrenten die Fäuste schwingen, es gibt zwei hübsche Explosionen und mehrere kurze Bleigewitter mit teils hohem Sachschaden. Vor allem im Finale fällt eine Schiesserei sehr kugelreich aus, dafür ist sie (genau wie die übrigen) nicht anderweitig spektakulär oder dynamisch. Nach den einzelnen Actionszenen fällt «Red» jeweils wieder in den altbekannten Trott zurück, weshalb ich auf deutlich mehr Action poche.

Fazit: Nach eindrucksvollem Start verliert sich «Red» in der Einheitsbrei-Inszenierung. Die grundsätzlich hervorragende Musik setzt sich allgegenwärtig durch, die Story kommt mühsam voran und die Gags verlieren ihren Biss. Wenn ich beinahe ausrangierte Actionhelden sehen will, halte ich mich lieber an
«The Expendables».

 
Originaltitel: Red
Regie: Robert Schwentke Oktober 2010