Jahr 208. Premierminister Cao Cao (Zhang Fengyi) drängt in den Süden vor. Das angegriffene Südreich bemüht sich um eine Allianz mit einem anderen, angrenzenden Reich um seine Chancen gegenüber dem weitaus überlegenen Feind zu verbessern.
John Woo ist ganz klar einer meiner Lieblingsregisseure. Daher finde ich es auch sehr schade, dass er schon seit längerem keinen Film mehr gedreht hat. Nun, mit «Red Cliff» dürfte er wohl einige Zeit beschäftigt gewesen sein, ist er doch in China mit einer gigantischen Hochglanzproduktion betraut worden, seinem ersten Nicht-Hollywood-Film seit vielen Jahren. Das hohe Budget und der enorme Aufwand ist der Mammutproduktion fast in jedem Moment anzusehen.
Der Film erscheint in zwei Teilen, wovon schon der erste (dieser hier) sehr lang ist. Wegen nachfolgenden Gründen kann ich nur hoffen, dass die Erzählweise in Teil zwei massiv gestrafft wird und der Film somit kürzer, spannender und insgesamt besser wird. Diese Hoffnung ist aber eher gering, schätze ich.
Im Verleih von Ascot Elite
Leider ist die Geschichte mal wieder alles andere als umwerfend. Es passiert nicht viel, das Drehbuch wird kaum viele Seiten umfassen. Dagegen wäre meinerseits nichts einzuwenden, wenn man dafür bis zum Hals mit Schwertkämpfen eingedeckt würde. Genau das bleibt aber aus. Insgesamt gibt es nur drei grössere Schlachten. Eine zu Beginn, eine ungefähr in der Mitte des Films und das Finale. Die letzte Schlacht ist gleichzeitig die längste und packendste und kann im Endeffekt über die vielen Längen des Films hinwegtäuschen. Zwischen den Schlachten ist mir nämlich zu wenig los und es kommt regelmässig Langeweile auf. In der letzten Schlacht arbeitet Woo viel mit Feuer und explodierenden Geschossen, was optisch gelungen und spannend ist.
Die Schauspieler sollen in Asien alle Stars sein, wovon ich allerdings nur Tony Leung von «Hard Boiled» her kannte. Über die Filmmusik lässt sich streiten. «Zu sehr Hollywood» habe ich im Internet gelesen. Mir ist sie aber nicht (negativ) aufgefallen.
Selbst als grosser Fan von John Woo, konnte ich dessen Handschrift zu keiner Zeit ausmachen (Ausnahme: Eine Szene mit einer prominent eingesetzten Taube, die jedoch computeranimiert wirkt). Daher bin ich der Meinung, dass es für einen solchen Historienfilm keinen John Woo braucht, sondern dies ein anderer Regisseur übernehmen kann. Stattdessen sollte er – ich wünsche es mir sehnlichst – wieder «normale» Actionfilme in seinem unverkennbaren «Heroic Bloodshed»-Stil drehen. Dazu braucht es nämlich einen John Woo. Bleibt also nur zu hoffen, dass der Altmeister des Actionkinos eines erlösenden Tages wieder mit einem Actionknaller zurückkehrt. Umso schöner, wenn dieser «Hard Boiled 2» heissen sollte… aber vielleicht bleibt das ja Fiktion. *schnief*
Abschliessend halte ich fest, dass das Werk, so gigantisch und optisch gelungen es auch sein mag, einfach zu viel Leerlauf bietet. Eindrucksvoll ist es trotzdem.
 | Originaltitel: Chi bi | |
| Regie: John Woo | August 2009 |
Teile:
Red Cliff
Red Cliff II