Ritterfilm nach Schema F.
Ende des 12. Jahrhunderts. Robin Longstride (Russell Crowe) ist Bogenschütze im Heer des englischen Königs Richard Löwenherz (Danny Huston). Als dieser stirbt und Sir Robert Loxley, der die Krone Richards nach England bringen soll, in einen Hinterhalt gerät, eilt ihm Robin Longstride zu Hilfe und verspricht dem sterbenden Loxley, dessen Schwert nach Nottingham zu bringen. So geschieht es. Der Vater von Loxley überredet Robin dazu, der Ersatzgemahl von Lady Marian (Cate Blanchett) zu werden und im unterdrückten Nottingham zu bleiben.
Copyright: Universal Pictures
Der Werdegang eines künftigen Helden. Schon vor Filmbeginn oder spätestens kurz danach ist mir klar, wie die Aufsteigergeschichte in etwa ablaufen wird. Daher ist «Robin Hood» leider ziemlich Spannungs- und Überraschungsarm. Zu Beginn einige Schlachtszenen, die uns die Titelfigur als normalen Soldaten zeigt, danach der eher unspektakuläre Aufstieg zu einem einflussreicheren Mann und schlussendlich die Bewährungsprobe während einer grossen Schlacht, die zugleich seinen grossen Durchbruch bedeutet. Erst jetzt wird er zur legendären Person, die im Wald haust und die Armen unterstützt. Dies lässt unweigerlich darauf schliessen, dass die Macher auf einen zweiten Teil spekulieren.
Inszenatorisch lässt Hollywood natürlich nichts anbrennen. Die Optik ist hervorragend, die Schauspieler gut gewählt, die Musik passt. Vor allem die Szenerien aus alten Zeiten sowie die Gerätschaften und Kleider von damals sind für mich bereits ein Unterhaltungswert für sich.
Copyright: Universal Pictures
Was ich mir insgeheim am meisten von «Robin Hood» erhoffte, sind aufwendige Schlachten. Doch genau davon hätte ich gern mehr gesehen, weshalb ich mit dem Film nicht ganz zufrieden bin, obwohl er ansonsten das bietet, was ich erwartete. Die Gefechte sind am Anfang und am Ende des Films angesiedelt und gut inszeniert, dürften für meinen Geschmack aber gern um einiges ausgiebiger sein. Der damaligen Realität entsprechend enthalten die Szenen auch die eine und andere Brutalität.
Fazit: Weder Überraschungen noch Spannungsbögen treffe ich in «Robin Hood» an. Stattdessen unterhält er mit seiner einwandfreien Machart. Leider gibt es nur zu Beginn und gegen Ende einige Kämpfe, dazwischen hauptsächlich Geplapper. Wer mittelalterliche Schlachten sehen will, ist mit «Königreich der Himmel» (ebenfalls von Ridley Scott) deutlich besser beraten.
 | Originaltitel: Robin Hood | |
| Regie: Ridley Scott | Juli 2010 |