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7 / 10  

Ronin

Actionthriller mit grandiosen Darstellern.

Die gewiefte und geheimnisvolle Deirdre (Natascha McElhone) heuert ein Team von fünf Männern an, bunt zusammengewürfelt, um einen brisanten Auftrag in Frankreich zu erledigen. Gemeinsam sollen sie einen Metallkoffer in ihren Besitz bringen, hinter dem gleich mehrere Organisationen her sind. Weil die Anführerin Deirdre aber nicht verraten will, was sich in dem Koffer befindet und wer ihr Boss ist, hegt Sam (Robert De Niro) bald den Verdacht, dass an der Sache etwas faul ist. Vincent (Jean Reno) ist schnell derselben Meinung und es geht nicht lange, bis sich tatsächlich herausstellt, dass längstens nicht alle mit offenen Karten spielen.

Szenenbild aus Ronin

Grundsätzlich darf man die Geschichte als überdurchschnittlich gut bezeichnen, obwohl sie mit bekannten Motiven umgeht und vielleicht den einen und anderen Verräter zu viel auftischt. Fast jeder ist nicht derjenige, den er im ersten Moment vorgaukelt, was mich mit der Zeit fast ein wenig nervt. Dafür sind genügend Parteien vorhanden, die alle dem Koffer nachjagen, sodass «Ronin» verschiedenste Aufeinandertreffen und stets neue Situationen kreieren kann.

Regisseur John Frankenheimer gehört der alten Schule an, was man dem Film auch anmerkt. Seine Inszenierung wirkt zwar jederzeit sattelfest, doch treibt er die Geschichte mit dem immer genau gleichen Tempo voran, sodass der Erzählstil mehrmals in eine Art Trott gerät. Zumindest beim wiederholten Mal ansehen fällt mir das auf und es geht zu Lasten der Spannung.
Durchwegs Spass macht jedoch, den allesamt exzellenten Schauspielern bei der Arbeit zuzusehen. Die Sympathien liegen hierbei klar bei Robert De Niro und Jean Reno.

Szenenbild aus Ronin

Mit den Actionszenen ergeht es mir ebenso wie mit dem gesamten Rest. Nicht von schlechten Eltern, aber es fehlt irgendwie das gewisse Etwas, insbesondere bei den regelmässigen Schusswechseln, die nicht wirklich spektakulär daher kommen. Dennoch hat «Ronin» in Sachen Action zwei Prachtstücke zu bieten, und damit können nur die zwei langen Autoverfolgungsjagden gemeint sein, die aufwändig und mit Liebe zum Detail gemacht sind. Hervorragend. Dazu gehören auch die eine und andere Explosion, Humor dagegen allgemein nur selten.

Zusammenfassend hält «Ronin» eigentlich alles bereit, was ein Actionthriller braucht: Gute Story, gute Inszenierung, klasse Darsteller, genügend Action. Und doch will bei mir der Funke nicht recht zünden, es fehlt das schwierig zu definierende, gewisse Etwas. Trotzdem klar empfehlenswert.

 
Originaltitel: Ronin
Regie: John Frankenheimer März 2011