Durchschnittlicher Arnie 80er.
Im Jahre 2017 ist die Weltwirtschaft längst zusammengebrochen und in den polizeilich strikt geführten USA wird die Bevölkerung mit einer brutalen TV-Sendung unterhalten, die live übertragen wird. Als Kandidaten fingieren Häftlinge, die durch eine abgesperrte Zone, sozusagen das Spielfeld, rennen müssen, wobei sie auf mehrere übermächtige Gegner treffen, die es bis aufs Blut zu bekämpfen gilt. Bisher hat das Spiel noch keiner überlebt. Falls doch, gewönne er seine Freiheit. Eines Tages wird der flüchtige Ben Richards (Arnold Schwarzenegger) gefasst und zum nächsten Spieler auserkoren. Der Helikopterpilot soll einst ein Massaker an Zivilisten verübt haben, die friedlich demonstrierten, was aber in Wahrheit nicht stimmt. Im Gegenteil.
«Running Man» präsentierte in den 80ern eine neue, aber zugegeben recht provokative Idee, die seither häufiger kopiert wurde, jedoch meist in leicht abgeänderter Form. Auch mir geht sie etwas zu weit, weil es sich dabei um real stattfindende Kämpfe um Leben und Tod handelt und nicht etwa um ein Freilichttheater oder einen Spielfilm. Zudem scheint es frag- und unglaubwürdig, dass die Zuschauer – von Schulkindern über bürgerliche Gutmenschen bis zu Grosseltern reichend – hysterisch jubeln, während sie anderen Leuten beim gegenseitigen Abschlachten zuschauen. Hinzu kommt, dass die Handlung durchwegs vorhersehbar und wenig spannend ist.
Seltsamerweise hat mir die halbstündige Einführung aber fast etwas besser gefallen als das tödliche Spiel selbst.
Dafür entspricht die Leistung Schwarzeneggers den Erwartungen und seine Oneliner treffen fast allesamt ins Schwarze. Umso bedauerlicher, dass er diesmal nicht so viele auf Lager hat. Der Inszenierung merkt man die Entstehungszeit des Films an, ist aber insgesamt okay. Dasselbe gilt für die musikalischen Klänge.
Zusammen mit Arnie sorgen die regelmässigen Actioneinlagen für die nötige Unterhaltung. Aufgrund des Szenarios und den aussergewöhnlichen Antagonisten, die zwar eher lächerlich als gefährlich wirken, erweist sie sich sogar als recht innovativ, dafür fallen sämtliche Konfrontationen eher kurz aus. Der Gefängnisausbruch zu Beginn und die Schiesserei im Finale machen noch am ehesten was her, aber minutenlange Actionszenen gibt es leider nicht.
Rückblickend wagt sich «Running Man» an viel Neues heran, was durchaus ein Lob wert ist, meistens aber auch fragwürdig. Die regelmässigen, aber eher kurzen Actionsequenzen, sowie der Hauptdarsteller retten den Film letztendlich auf den Durchschnitt.
 | Originaltitel: The Running Man | |
| Regie: Paul Michael Glaser | Januar 2011 |