Rastlose Jolie unterhält ansehnlich.
Ein russischer Überläufer wird von der erfahrenen CIA-Agentin Evelyn Salt (Angelina Jolie) verhört. Er beschuldigt sie, eine Spionin im Dienste Russlands zu sein, was diese vehement bestreitet. Die Situation eskaliert und Salt sieht sich gezwungen, sich gegen ihre Kollegen zu wenden, die unverzüglich eine unerbittliche Hatz gegen sie starten. Schon bald sind sich die Verfolger nicht mehr sicher, ob Salt nun wirklich noch zu ihnen hält oder ob gar der Überläufer Recht behält.
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Nach solch einer Inhaltsangabe überrascht es mich nicht, dass die Geschichte von «Salt» so einige Klischees und Logiklöcher enthält. Zwar kommt es zu mehreren Wendungen, die mich wiederholt hirnen lassen, mit der Zeit jedoch nerven. Denn irgendwann möchte ich dann schon wissen, auf wessen Seite Evelyn Salt wirklich steht. Manchmal scheint es gar so, als arbeite sie weder für die eine noch für die andere Seite. Des Weiteren finde ich es zweifelhaft, ein derart offenes Ende aufzutragen, welches förmlich nach einer Fortsetzung schreit.
Aus den altbekannten Zutaten schmiedet Regisseur Phillip Noyce ein erstaunlich unterhaltsames Spektakel. Die Inszenierung ist flott und geht rasch von einer Szene zur nächsten über, sodass sich «Salt» immer kurz bevor er langweilig zu werden droht auffangen kann. Die mehreren kurzen Einbrüche führen bedauerlicherweise trotzdem zu einer gewissen Zwiespältigkeit.
Die Musik treibt das Geschehen stets voran, so wenig einfallsreich sie im Allgemeinen sein mag. Angelina Jolie steht eindeutig im Mittelpunkt und macht ihre Sache eigentlich ganz gut, aber spätestens wenn sie russisch spricht, wirkt sie dennoch deplatziert. Somit bin ich mir selbst nicht ganz sicher, ob sie die Idealbesetzung darstellt.
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Nach der Eingangssequenz in Nordkorea mittels einer kurzen Folterszene nimmt die Ausgangslage rasch Gestalt an und schon bald kann die Jagd beginnen. Die erste Etappe offenbart sich als starkes Actionkino. Eine sehr ausführliche Verfolgungsjagd durch die Strassen einer amerikanischen Grossstadt, während der Salt zu Fuss, mit dem Motorrad oder von Lastwagendach zu Lastwagendach springend ihren Verfolgern entkommen muss. Die nachfolgenden Actionszenen werden zusehends kürzer und reichen leider nicht mehr an den fulminanten Start heran, treten dafür regelmässig in Erscheinung. Gesamthaft wird mir knapp genug geboten. Salt rennt ununterbrochen weiter und zeigt ihre routinierten Nahkampfkünste. Mit Schusswaffen gefuchtelt wird ebenfalls, aber nur gelegentlich geschossen. Insgesamt bietet der Ausbruch aus dem CIA-Gebäude noch am ehesten Innovation, ansonsten begnügt man sich mit Genrestandards.
Fazit: Der Hauptcharakter scheint bis zum Schluss keine klare Linie zu haben, was mit der Zeit nervt. Wer zudem über Klischees und fehlende Innovation hinwegsehen kann, erlebt dank der ordentlichen Inszenierung und regelmässigen Actioneinlagen dennoch eine sehr unterhaltsame Jagd.
 | Originaltitel: Salt | |
| Regie: Phillip Noyce | August 2010 |