Psycho-Thriller mit erneut starkem Leonardo DiCaprio.
1954. US-Marshal Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und sein neuer Partner Chuck Aule (Mark Ruffalo) reisen auf eine abgelegene Insel, auf welcher sich eine Anstalt für geistesgestörte Gewaltverbrecher befindet. Eine Patientin ist auf unerklärliche Weise aus ihrer Zelle verschwunden. Je länger sich Teddy Daniels mit dem unkooperativen Anstaltsleiter Dr. Cawley (Ben Kingsley) sowie den mysteriösen Vorkommnissen auf Shutter Island auseinandersetzt, desto mehr scheint er selbst verrückt zu werden...
Copyright: Paramount Pictures
Der Film fängt überraschend gemächlich an. Im Vorfeld vermutete ich, dass eine beklemmende Atmosphäre und einige Schockeffekte das Geschehen dominieren werden. Dem ist zum Glück nicht so, denn das mag ich nicht. Wenige Male störte mich zwar, dass die Filmmusik (die im Allgemeinen erstaunlich selten zum Einsatz kommt) Unheil verkündend durch den Kinosaal dröhnt, obwohl schlussendlich gar nichts Gefährliches geschieht. Ansonsten ist «Shutter Island» einwandfrei inszeniert und trumpft mit einer beeindruckenden Optik auf.
Wie bereits kurz angetönt, beginnt der Film ziemlich ruhig und die Spannung hält sich in Grenzen. Obwohl das Gebotene nicht etwa schlecht ist, vermag er mich nicht in seinen Bann zu ziehen. Der Fall rund um die verschwundene Patientin stimmt neugierig, aber zu konkreten Erkenntnissen gelangen vorerst weder Teddy Daniels noch die Zuschauer.
Nach Filmhälfte verlagert sich der Mittelpunkt von den Fragen bezüglich dem Wesen der Anstalt hin zum Charakter des Hauptdarstellers. Unverhofft nimmt das Verwirrspiel an Fahrt auf, Mitdenken wird gefordert, die Spannung steigt und der Film packt meine Aufmerksamkeit vollends. Somit vermag diese zweite Filmhälfte für vieles zu entschädigen. Die Wendungen sind gut erdacht und sorgen für mehrere gelungene Momente. Einzig die finale Auflösung hätte noch klarer vermittelt werden können, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich alles richtig verstanden habe.
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Nicht zu übersehen ist einmal mehr die Glanzleistung des Hauptdarstellers Leonardo DiCaprio. Seinem Charakter wird eine angenehme Tiefe verliehen und der Schauspieler bringt seine Rolle auf grandiose Weise auf die Leinwand. Am besten gefallen haben mir die Rückblenden, in denen er als Soldat während des zweiten Weltkriegs zu sehen ist. Mehr störend als bereichernd empfinde ich hingegen die Rückblenden oder Träume, in welchen seine verstorbene Ehefrau in Erscheinung tritt und zu ihm spricht.
Abschliessend bleibt zu erwähnen, dass «Shutter Island» sicher kein Actionfilm ist, auch wenn sich Leonardo DiCaprio in letzter Zeit häufig in diesem Genre hervorgetan hat. Ab und zu werden zwar Waffen gezeigt, kommen aber kaum je zum Einsatz und die zwei bis drei kurzen Handgreiflichkeiten sind nicht der Rede wert. Das macht aber nichts, denn Action wäre hier vermutlich fehl am Platze und der Film kommt auch ganz gut ohne aus.
Fazit: Nicht alles entspricht in «Shutter Island» meinem persönlichen Geschmack. Dafür sind da noch das interessante Drehbuch sowie ein überzeugender Leonardo DiCaprio, der den ganzen Film auf seinen Schultern trägt.
 | Originaltitel: Shutter Island | |
| Regie: Martin Scorsese | März 2010 |