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Stirb langsam 4.0

Wenn’s nicht Weihnachten ist, dann wenigstens der Unabhängigkeitstag.

Ausgerechnet am 4. Juli, dem amerikanischen Nationalfeiertag, startet Thomas Gabriel (Timothy Olyphant) seine durchdachte Attacke auf das Computer- und Kommunikationssystem der USA. Das Land versinkt zusehends im Chaos. Mittendrin natürlich John McClane (Bruce Willis), der einmal mehr zur falschen Zeit am falschen Ort ist, weil er den Hobby-Hacker Matt Farrell (Justin Long) ausgerechnet dann eskortiert, als dieser von Gabriels Leuten ausgeschaltet werden soll. Daraufhin decken die beiden Stück für Stück den Plan des Bösewichts auf.

Szenenbild aus Stirb langsam 4.0

Nach Jahren des Abwartens einen weiteren Teil zur legendären
«Stirb langsam»-Reihe zu drehen, ist wahrlich keine leichte Aufgabe. So gesehen könnte man mit dem vorliegenden Ergebnis zufrieden sein, aber eine gewisse Unzufriedenheit kann ich ebenso wenig verleugnen.

Zurückzuführen könnte dies darauf sein, dass «Stirb langsam 4.0» zwar ein super Actionfilm ist, sich aber nicht ganz stimmig in die bisherige Serie einordnet. Bereits das veränderte Aussehen des Hauptcharakters (John McClane mit Glatze?) stellt eine leicht irritierende Abweichung dar. Zudem greift die Inszenierung mehrmals auf nicht zu verbergende CGI-Effekte zurück, was für mich gemäss ungeschriebenem Die-Hard-Gesetz ein No Go ist. Zugegeben, bei der Szene im Tunnel (Flucht vor Flutwelle mit dem Laster) waren bei
«Stirb langsam – Jetzt erst recht» auch schon Computer im Spiel, aber dennoch vermisst der Fan der Serie bei «Stirb langsam 4.0» allzu sehr die altmodische, handgemachte Action. Spätestens wenn McClane im Finale auf einem fliegenden Kampfjet reitet, überspannt der Film den Bogen zwischen Innovation und Old-School-Action.

Szenenbild aus Stirb langsam 4.0

Versucht man, sich von diesen Aspekten möglichst nicht stören zu lassen, stellt sich das Filmvergnügen trotzdem ein. Denn die Geschichte zählt nach wie vor zum Besseren, obwohl die räumliche Begrenztheit definitiv der Vergangenheit angehört, die Schauspielerleistungen und der Soundtrack sind okay und die Actionmenge stimmt. Nach dem bleihaltigen Auftakt, dem eine ganze Wohnungseinrichtung zum Opfer fällt, folgt eine Verfolgung zwischen Hubschrauber und Streifenwagen, später sind Nahkämpfe ebenso dabei wie Explosionen und erfreulich hoher Sachschaden. Und glücklicherweise hat McClane seinen Humor nicht verloren.

Insgesamt bietet «Stirb langsam 4.0» einfach erstklassige Blockbuster-Unterhaltung, was ihn zu einem Muss für Genrefans macht. Zu viele Abweichungen zum Stil der Vorgänger trüben leider den Gesamteindruck.

 
Originaltitel: Live Free Or Die Hard
Regie: Len Wiseman Oktober 2011
 

Teile:
Stirb langsam
Stirb langsam 2
Stirb langsam – Jetzt erst recht
Stirb langsam 4.0