Früh übt sich...
Profikiller Jeff (Chow Yun-Fat) hat auch eine gutherzige Seite an sich. Als die Sängerin Jenny aufgrund eines Fehlers seinerseits ihr Augenlicht zu verlieren droht, fühlt er sich verpflichtet ihr die rettende Operation zu ermöglichen. Nicht zuletzt deswegen empfindet der hartnäckige Polizist Li immer mehr Sympathie für den Killer, den er jagt. Schlussendlich verbünden sich die beiden gar im Kampf gegen eine brutale Verbrecherbande.
In «A Better Tomorrow» ist noch kaum etwas von Heroic Bloodshed zu spüren, doch mit «The Killer» hat John Woo das letzte Lehrjahr erreicht, bevor er sich dann mit «Hard Boiled» und weiteren Werken definitiv einen Namen machte.
Die grösstenteils brauchbare Geschichte weist leider mehrere Hänger auf und mit Ausnahme von Chow Yun-Fat ist es mit dem asiatischen Schauspiel so eine Sache. Auch die Musik scheint für mich als europäischen Filmfreund etwas eigenwillig. Daher überzeugt mich «The Killer» längstens nicht restlos.
Dafür kennt man sich in Hongkong mit Actionszenen in ansprechendem Heroic Bloodshed-Stil aus. Diese machen wirklich Spass, mit Ausnahme einer lahmen Autoverfolgungsjagd über Land. Meistens hagelt es Blei und allerlei Inventar geht zu Bruch. Zudem setzt Regisseur John Woo auf eine kurze Verfolgungsjagd mit Booten, die mich sehr an seinen späteren Klassiker «Face/Off» erinnert. Von der Menge her bin ich nur halbwegs zufrieden, denn nach ungefähr der ersten halben Stunde läuft nicht mehr viel und es folgt ein mühseliger Mittelteil. Gegen Ende dreht Woo zum Glück wieder auf und macht mit einer Schiesserei in einem Landhaus und dem Finale in der Kirche wieder einiges wett.
Fazit: «The Killer» zählt für mich trotz ein paar guten Actionszenen noch nicht zu den grossen Würfen von Woo. Aber er macht Fortschritte. Muss man nicht sehen, kann man aber.
 | Originaltitel: Dip huet seung hung | |
| Regie: John Woo | September 2010 |