Ein grossartiger Actioncast versammelt sich für ein gutes Genrewerk.
The Expendables: Eine Gruppe von schlagkräftigen Söldnern. Zum Team gehören der emotionslose Anführer Barney Ross (Sylvester Stallone), der Messerexperte Lee Christmas (Jason Statham), der Nahkampfspezialist Yin Yang (Jet Li), der auf Feuerwaffen spezialisierte Hale Caesar (Terry Crews), der Sprengstoffexperte Toll Road (Randy Couture) und der Scharfschütze Gunnar Jensen
(Dolph Lundgren). Eines Tages beauftragt sie der geheimnisvolle Church
(Bruce Willis), sich in den südamerikanischen Inselstaat Vilena zu schleusen und die dortige Bevölkerung von der grausamen Unterdrückung durch General Garza (David Zayas) zu befreien.
Im Verleih von Ascot Elite
Dass «The Expendables» ein einzigartiges Werk ist und bleiben wird, stand schon lange vor dessen Erscheinen fest. Ein derartiges Aufgebot an Actionstars hat die Filmwelt noch nie zuvor gesehen. Und diesem verdankt
«The Expendables» letztendlich seinen Sonderstatus, denn ansonsten erweist sich der Streifen als weitgehend typischer Actionfilm. Oder ist er gerade deswegen als Hommage an das Actionkino zu verstehen?
Im Verleih von Ascot Elite
Jedenfalls kann ich die meiste Zeit weder nennenswertes Drehbuch noch Spannungsbogen ausmachen. Insgesamt passiert gar nicht viel, weshalb sich mehrere Längen einschleichen, vor allem in der ersten Filmhälfte. Statt auf Story setzt Hauptdarsteller und Regisseur Sylvester Stallone auf treffsichere Oneliner und die Präsentation seines beachtlichen Star-Ensembles. Wenn beispielsweise Stallone, Willis und Schwarzenegger in einer Szene zu sehen sind, brauchen sie nicht mehr viel zu sagen oder zu tun (was leider tatsächlich eintrifft). Das bleibt trotz allen erdenklichen Kritikpunkten einmalig. Im Übrigen erhalten natürlich nicht alle grossen Namen gleich viel Leinwandzeit. Am besten bedient werden Stallone und Statham. Der Versuch, einigen Charakteren mehr Tiefe zu verleihen, misslingt.
Zudem gehört der gelungene Humor allgemein zum guten Ton. Die Sprüche sind zwar wie üblich simpel oder sogar dumm, verbreiten aber genau deshalb Selbstironie und sorgen für mehrere Lacher. Zusätzlich fällt mir die Musik öfters positiv auf.
Wie bei steinharten Helden üblich, haben Frauen nichts zu sagen. Reines Männerkino eben. Übrigens: Wahrscheinlich haben es die Herren Austin, Couture und Crews nur ihrer Muskelpakete wegen als Lückenfüller in den namhaften Cast geschafft. Denn nennenswerte Referenzen im Actionfach können sie nicht vorweisen und schauspielerisches Talent ebenso wenig.
Im Verleih von Ascot Elite
Als letzter wichtiger Punkt bleibt die Action übrig, die bei einem derartigen Gipfeltreffen von Actionstars durchaus erwartet werden darf. Meine hohen Erwartungen erfüllen sich jedoch nur bedingt. Die Action rockt, aber deren Verteilung finde ich weniger gelungen.
Gleich zum Auftakt führen die Söldner einen Auftrag mit Leichtigkeit zum Ziel. Wie bereits bei «John Rambo» kann die Brutalität dabei sehr derbe ausfallen, wird aber zum Glück nicht gleichermassen zelebriert. Da kann es schon mal vorkommen, dass der Boss einer afrikanischen Rebellengruppe im Rahmen eines «Warnschusses» in zwei Stücke zerlegt wird. Als weitere Parallele zu Stallones letzter Regiearbeit läuft danach lange Zeit (ungefähr eine halbe Stunde) nichts mehr. Erst danach streut Sly regelmässige Actionsequenzen ein, die dafür sehr vielseitig geraten. Autoverfolgungsjagd, Schusswechsel, Nahkampf und eine Riesenexplosion. Die Quantität stimmt nun schon eher zufrieden, macht aber Lust auf noch mehr. Und Stallone sei Dank folgt ein sehr ausgiebiges, intensives, schlicht traumhaftes Finale, welches einem Expendables-Film würdig ist. Endlich wird der Hund von der Leine gelassen und nonstop gefightet (übrigens trotz Jet Li nicht in kunstvollem Martial Arts-Stil), mit unterschiedlich grobem Geschütz geballert, Messer geworfen und vor allem in gigantischem Ausmass explodiert. Ein wahres Fest! Meine letzte scheue Frage: Lieber Sly, warum nicht schon früher so?
Im Verleih von Ascot Elite
Fazit: Derart viele Actionhelden auf einem Haufen lassen dem Genrefan das Herz höher schlagen, obwohl «The Expendables» objektiv betrachtet nicht ein Überflieger des Genres, sondern ein gewöhnlicher Actionfilm geworden ist. Gut, aber nicht hervorragend. Bedauerlicherweise hält er sich erstaunlich zurück, vor allem während der ersten Filmhälfte, lässt es dafür im bombastischen Finale heftig krachen und vieles vergessen machen.
 | Originaltitel: The Expendables | |
| Regie: Sylvester Stallone | August 2010 |