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7 / 10  

Tödliche Weihnachten

Weihnachten für den Actionfan? Beinahe!

Seit Jahren leidet die Lehrerin Samantha Cain (Geena Davis) an Amnesie. Sie verbringt mit ihrem Freund und ihrer Tochter ein friedliches Leben, als sie eines Tages ein Fremder in ihrer eigenen Wohnung umbringen will. Mit Unterstützung des schrägen Privatdetektivs Mitch Hennessy (Samuel L. Jackson) macht sich Samantha auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Dabei gelangen die beiden zu unerwarteten und bedrohlichen Erkenntnissen.

Szenenbild aus Tödliche Weihnachten

Was sich wie eine «light Version» von «Die Bourne Identität» anhört, ist in Wahrheit früher als dieser entstanden und für einen Actionfilm nach wie vor eine durchaus beachtliche Handlung. Diese wird auch rassig genug erzählt um nur ganz kleine Löcher entstehen zu lassen. Die meiste Zeit über unterhält mich «Tödliche Weihnachten» gut. Dies ist unter anderem der Verdienst von Regisseur Renny Harlin. Als Skandinavier versteht er es, die Winterlandschaft ins rechte Bild zu rücken, was er bereits mit «Stirb langsam 2» bewiesen hat. Des Weiteren beschert uns vor allem Samuel L. Jackson als Sidekick einige knackige Oneliner. Beispielsweise den Sandwich-Spruch finde ich klasse. Geena Davis füllt ihre Hauptrolle auch genügend aus, aber dennoch ist es ihre Rolle, die mich am meisten irritiert. Denn eine fürsorgliche Hausfrau und Mutter, die aufgrund ihrer wiederentdeckten Vergangenheit die Haare färbt und zur knallharten und gnadenlosen Killerin mutiert… das überspannt den Bogen dann doch.

Szenenbild aus Tödliche Weihnachten

Am Anfang hält sich die Action noch etwas zurück, doch je weiter die Laufzeit voranschreitet, desto mehr gibt es davon. Und mit ihr wird auch der gesamte Film immer besser. Zunächst wird die Familie in den eigenen vier Wänden angegriffen, danach folgt die Flucht von Samantha und Mitch aus einem Bahnhofgebäude, was einen kurzen, aber hübschen Schusswechsel sowie eine computeranimierte Explosion beinhaltet. In der Folge geht es häufiger mit Schiesseisen zur Sache, bis das schadenreiche Finale anbricht, welches unter anderem einen Lastwagenstunt, eine kurze Schlägerei sowie eine gewaltige Explosion bereithält. Insgesamt bin ich mit der Actionmenge knapp zufrieden und obwohl einige Actionsequenzen eher kurz ausfallen, sind sie stets mitreissend inszeniert.

Fazit: Die krasse Wandlung der Hauptfigur bleibt ein mühsam zu verdauender Brocken und die Action drängt sich erst in der zweiten Filmhälfte mehr auf. Davon abgesehen gelingt «Tödliche Weihnachten» (nebenbei ein amüsanter Titel) ein unterhaltsamer Genrebeitrag, geschmückt mit überdurchschnittlich guter Inszenierung und einer gesunden Prise Humor.

 
Originaltitel: The Long Kiss Goodnight
Regie: Renny Harlin Dezember 2010