Der Polizist Kit (Jet Li) hat vor zwei Jahren seine Frau und seinen Sohn bei einem Attentat verloren. Nun wittert er die Chance, den Attentäter endlich zu finden. Dieser hat sich nämlich soeben in einem Hochhaus verschanzt, in dem gerade wertvolle Juwelen ausgestellt werden, und Geiseln genommen. Kit erhält dabei «Hilfe» vom tollpatschigen Filmstar Frankie Lone (Jackie Cheung).
Die Geschichte wird keine Preise gewinnen, genügt aber für einen Film dieses Kalibers. Unverkennbar sind die Parallelen zu «Stirb langsam», dem Klassiker aller Klassiker. Jet Li spielt sicher nicht seine Paraderolle, gefällt aber noch am ehesten im Vergleich zum restlichen, schlechten Cast.
Mit asiatischen Filmen ist es so eine Sache. Nur wenige vermochten mich bisher zu überzeugen. Die meisten leiden meiner Ansicht nach an einer der folgenden Krankheiten: Keine Spannung, schlechtes Bild und schlechter Ton, zu wenig Action, mässige Inszenierung, befremdender Humor, verbesserungswürdige Schauspieler, eigenartige Musik.
Auf «Total Risk» trifft leider alles zu.
Besonders haarsträubend sind vor allem zwei Faktoren, die meinem Filmgenuss massivst zusetzen:
Erstens wäre da der Filmstar Frankie. Diese Witzfigur ist absolut überflüssig und wäre besser weggelassen worden. Unsympathisch von hier bis hinten rum. Der Schauspieler ist grottenschlecht. Frankie soll ganz offensichtlich lustig sein, was er zu keiner Sekunde ist, im Gegenteil, einfach nur peinlich. Er stört jedes Mal, wenn er im Bild zu sehen ist. Die Asiaten haben offenbar einen schrecklichen Sinn für Humor...?
Zweitens fielen mir von Anfang an das wirklich miese Bild und die nochmals viel miesere Tonspur auf. Vor allem ältere Filme aus Fernost scheinen mir auf diesem Gebiet häufig «verbesserungswürdig». Bereits während den ersten Filmminuten habe ich mich entschieden, nie mehr einen Film aus Asien zu kaufen, der schon so manches Jahr auf dem Buckel hat.
Gibt es auch Positives zu berichten? Nun ja, so halb. Das Beste an «Total Risk» sind die Actionszenen, die befriedigend inszeniert wurden, obwohl sie zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd die Klasse der «Hard Boiled»-Ballereien erreichen. Trotzdem fiel mir auf, dass einige Szenen wirken, als würden sie im Schnelllauf wiedergegeben. Wenn das gewollt ist, dann ging der Effekt in die Hose. Dies lässt die Auseinandersetzungen zwar rasanter erscheinen, nimmt ihnen aber gleichzeitig jeglichen Bezug zur Realität. Vielleicht ist dieser Eindruck aber auch auf einen technischen Tatbestand zurückzuführen, weshalb ich es dem Film nicht anrechne.
Geboten werden vor allem Schiessereien sowie einige Kämpfe, die allesamt gern länger sein dürften, zudem ein paar Explosionen und Bombenentschärfungen im Wettlauf gegen die ablaufende Uhr. Insgesamt war mir alles zu wenig zahlreich, was an meinen Erwartungen lag. Im Internet wurde der Film nämlich aufgrund seiner Quantität an Action hoch gerühmt, wovon ich jedoch einen gegenteiligen Eindruck erhielt. Immerhin kommen die Actionszenen schön regelmässig und machen Laune. Besonders hervorzuheben ist noch eine Szene, in der ein Hubschrauber in das Hochhaus fliegt. Somit ward auf wundersame Weise dennoch für akzeptable Unterhaltung gesorgt. Weiterempfehlen tue ich den Streifen deshalb nach wie vor nicht.
Fazit: Actionmässig enttäuschend, ich hätte deutlich mehr erwartet. Die Story orientiert sich stark an «Stirb langsam». Die Bild- und Soundqualität ist unter jedem Hund und der Humor ist reif für den elektrischen Stuhl. Viel Negatives, nur wenig Positives.
 | Originaltitel: Shu dan long wei | |
| Regie: Wong Jing | September 2009 |