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8 / 10  

Transformers – Die Rache

Die Autobots und die Decepticons lassen es wieder gehörig krachen.

Die Autobots bilden zusammen mit einer geheimen Abteilung der amerikanischen Armee eine Kampfeinheit, welche den immer häufiger wiederkehrenden Decepticons entgegentritt. Nach was genau sie auf der Erde suchen, ist vorerst niemandem bekannt. Zudem findet Sam (Shia LaBeouf) einen zurückgebliebenen Splitter des Allspark. Nachdem er mit ihm in Kontakt geraten ist, sieht Sam vermehrt eigenartige Symbole, die im Kampf zwischen den Robotern eine noch unerklärliche aber entscheidende Rolle spielen könnten.

Mit «Transformers» lieferte Regisseur Michael Bay einen Science-Fiction-Actioner der Superlative ab. Da versteht es sich fast von selbst, dass eine Fortsetzung folgen muss. Häufig fallen diese dann ziemlich enttäuschend aus, mit wenigen Ausnahmen. Auch bei «Transformers» kann die Fortsetzung nicht ganz zum Vorgänger aufschliessen, macht aber dennoch Spass und ist ein überdurchschnittlich guter Actionfilm.

Szenenbild aus Transformers - Die Rache

Während die Geschichte des ersten Teils noch gelungen war, weiss diese in der Fortsetzung leider nicht zu interessieren. Sie dient lediglich zur Verbindung und Legitimation der einzelnen Actionszenen. Dagegen ist üblicherweise nichts einzuwenden, doch hier wurden einige unnötige Nebenschauplätze beleuchtet, die den Film teilweise an einem rascheren Fortschreiten hindern, unter anderem kurz vor dem Finale.
Besonders negativ aufgefallen sind mir die Szenen auf dem Heimatplaneten der Decepticons. Zum einen ist dies eine unreale Welt für sich und deshalb Science-Fiction pur, was mir grundsätzlich gar nicht zusagt. Zum anderen passt diese Welt schlichtweg nicht ins Gesamtbild des Films.

In «Transformers – Die Rache» werden mehr als dreimal so viele Roboter aufgefahren als in Teil eins. Einige neue Decepticons tauchen auf, welche dem Aussehen eines Tieres nachgebildet sind, was mich weniger begeisterte. Hier wäre «normaler» besser gewesen. Speziell zu tadeln gilt es die Idee, dass die Maschinen neuerdings auch die Form von Menschen aus Fleisch und Blut annehmen können. Zum Glück kommt dies nur einmal vor und wird hoffentlich im dritten Teil nicht wieder aufgegriffen.

Szenenbild aus Transformers - Die Rache

Die wirkliche Enttäuschung ist aber der Humor. Der Vorgänger glänzte nicht nur durch seine Action, sondern auch durch seinen köstlichen und leichtfüssigen Humor, der automatisch eine lockere, angenehme Stimmung schaffte. Leider ist er grösstenteils verloren gegangen, was sehr schade ist. Gags sind zwar reichlich vorhanden, aber die meisten zünden einfach nicht, weil sie allzu bemüht, verkrampft und teilweise sogar peinlich wirken. Zu häufig hat der Zuschauer das Gefühl, man wolle ihn wohl für dumm verkaufen.

Nun, bis jetzt klingt das alles nicht wirklich positiv und in der Tat weist «Transformers – Die Rache» einige «typisch Hollywood»-Schwächen auf, die unter anderem bei Fortsetzungen auftauchen. Sowieso bietet er insgesamt zwischen den einzelnen Actionszenen einfach zu wenig. Und so sind es zwei Dinge, die den Film nicht nur über den Durchschnitt, sondern noch etwas höher hinauf hieven: Die technische Brillanz und die Action.

An der Machart gibt es erneut rein gar Nichts zu bemängeln. Die Spezialeffekte spielen in einer Kategorie für sich und werden meist gar nicht als solche erkannt. Von wie vielen Filmen kann dies behauptet werden? Wenn sich die Maschinen transformieren, bleibt mir glatt der Mund offen stehen. Schon nur ohne die Spezialeffekte ist der Film ein optischer Genuss, dank der Farbenfrohheit.

Szenenbild aus Transformers - Die Rache

In Sachen Action habe ich im Vorfeld auf Filmstarts.de Dinge gelesen wie: «Die teuerste Paramount-Produktion aller Zeiten ... Es knallt doppelt so laut und drei Mal so häufig wie im Vorgänger ... Die gigantischste jemals auf Zelluloid gebannte Zerstörungsorgie, an deren Ende der gewaltigste Schrottplatz der Filmgeschichte steht.» Klar, dass ich da als Actionfan gewisse Erwartungen hatte. Diese waren leider etwas gar hoch, wie sich dann zeigte.
Zu Beginn lässt der Regisseur die Actionfans schon mal an einem Knochen knabbern und entfacht mitten in Shanghai einen ersten Roboterkampf. Danach folgt einige Zeit nur wenig Zählbares, bevor den Zuschauer wieder mehrere Actionszenen in seinen Bann ziehen. Kurz bevor sich der grosse Endkampf anbahnt hat der Film leider einen sehr unschönen Hänger und der Actionjunkie beginnt sogar schon am ansonsten stets zuverlässigen Regisseur zu zweifeln, was dieser lieber vermieden hätte und mit ein Grund ist, weshalb ich nicht die Bestnote vergebe. Immerhin entschädigt das sehr ausgiebige Finale in der ägyptischen Wüste wieder reichlich für die Warterei, wobei unter anderem, so liess ich mir von einem Zeitungsinterview berichten, die grösste jemals in einem Film gezeigte Explosion geboten wird. Diese hätte mit der Kamera zwar besser eingefangen werden können, aber ich will nicht meckern.
Aufgrund der persönlich hohen Erwartungen hätte ich mir sogar noch etwas mehr Action gewünscht, aber schlussendlich muss auch ich zugeben, dass Actionfreunde bei weitem nicht zu kurz kommen. In begeisternder Länge wird geschossen, explodiert, gekämpft und zerstört. Eine Materialschlacht, die ihresgleichen sucht. Gigantisch. Bombastisch. Fantastisch.

Wer sich von «Transformers» nicht begeistern liess, wird sich auch von der Fortsetzung nicht bekehren lassen, im Gegenteil. Alle anderen dürfen sich «Transformers – Die Rache» ohne zu zögern antun.

 
Originaltitel: Transformers: Revenge Of The Fallen
Regie: Michael Bay Juli 2009
 

Teile:
Transformers
Transformers – Die Rache
Transformers 3