Visuell überzeugende Science-Fiction.
Der bedeutende Computerspielhersteller Encom gehörte einst Kevin Flynn
(Jeff Bridges), der vor zwanzig Jahren spurlos verschwand. Sein Sohn Sam (Garrett Hedlund) steht der Firma skeptisch bis feindlich gegenüber. Eines Tages stösst Sam in einer stillgelegten Spielhalle auf einen versteckten Raum, den sein Vater offenbar für geheime technische Tüfteleien nutzte. Aus Versehen lässt er sich von einem Laser in einen Cyberspace katapultieren, in dem er sich zuerst nur schwer zurecht findet, letztendlich jedoch wieder auf seinen Vater stösst.
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Zu den Schwächen von «Tron: Legacy» zählt leider das Drehbuch. Die Handlung ist simpel und nicht einmal halbwegs spannend, die Charakterisierung der Figuren ebenfalls dürftig. Dem können zum Glück die Schauspieler entgegenwirken. Meine diversen Fragen über die digitale Welt werden erst zur Filmhälfte beantwortet, allerdings verliere ich danach etwas das Interesse daran, denn die Geschichte steht fast still und Action gibt es nicht mehr viel. So kommt es, dass sich in der zweiten Filmhälfte doch die eine und andere Länge einschleicht.
«Tron: Legacy» will in erster Linie ein Unterhaltungsfilm sein und das klappt vor allem in der ersten Filmhälfte ausgezeichnet. In der fremden Welt gibt es offenbar nur die Farben schwarz, weiss, blau und orange, doch daraus ergibt sich ein einzigartiges und stimmiges Erscheinungsbild, das mich überzeugt. Auch die Anzüge mit den Lichtstreifen sehen cooler aus, als ich erwartete. Die einwandfreie Machart zieht mich in diese Welt hinein und bleibt bis zuletzt zweifellos das Eindrücklichste am ganzen Film.
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Mir macht «Tron: Legacy» gerade dann am meisten Spass, wenn die etwas eigenwillige, aber perfekt passende Musik von Daft Punk lautstark aus den Boxen dröhnt und auf der Leinwand ein Effekt den anderen jagt. Damit seien insbesondere die Actionszenen angesprochen, wovon ich bedauerlicherweise nur vier zähle. Bei der ersten handelt es sich um Zweikämpfe, welche mit den leuchtenden Ringen ausgetragen werden, die ähnlich wie Frisbees eingesetzt werden können und dem Gegenüber den Garaus machen, sollte dieser nicht rechtzeitig ausweichen können. Auch die zweite Actionszene kurz vor Filmmitte überzeugt, welche zugleich die beste des Films bleiben soll, eine Art Kampf mit Lichtmotorrädern. Nachfolgend gibt es noch eine kurze Massenschlägerei und eine Verfolgungsjagd mit Lichtflugzeugen, doch kommen diese Sequenzen nicht mehr an die Intensität der früheren Actionszenen heran.
Fazit: Eine Handlung zum Vergessen verhindert das Aufkommen von Spannung und verschuldet unter anderem mehrere Längen in der zweiten Filmhälfte. Diese kommt ohnehin nicht mehr an die erste Hälfte heran. Zudem spielt «Tron: Legacy» seine besten Actionszenen schon früh aus. So müssen sich die Zuschauer mit der makellosen Machart und dem einzigartigen Look trösten, denn diese machen den Film dennoch zu einem visuellen Erlebnis. Im kleinen Format wird er bestimmt einiges von seinem Reiz einbüssen, weshalb man sich
«Tron: Legacy» im Kino ansehen sollte. Wenn schon, denn schon.
| Originaltitel: Tron: Legacy | |
| Regie: Joseph Kosinski | Januar 2010 |