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7 / 10  

Unleashed – Entfesselt

Jet Li Martial Arts mit ungewöhnlicher Story.

In jungen Jahren wurde Danny (Jet Li) von dem Geldeintreiber Bart (Bob Hoskins) aufgenommen. Dieser hat ihn wie einen Hund gehalten und gross gezogen. Natürlich ist der Besitzer stolz auf sein hilfreiches Haustier, weil das Hündchen sofort zur lebensgefährlichen Kampfmaschine wird, sobald man ihm das Halsband abnimmt. Dies nützt Bart neuerdings auch dazu, Danny an illegalen Gladiatorenkämpfen mitmischen zu lassen und damit eine Stange Geld zu verdienen. Doch eines Tages erwischen ihn seine Feinde auf dem linken Fuss... während Bart im verschrotteten Auto eingeklemmt bleibt, flieht Danny und findet beim blinden Musiker Sam (Morgan Freeman) und der jungen Victoria
(Kerry Condon) eine Zuflucht. Mit Freundlichkeit und menschlicher Nähe weiss Danny zunächst nicht umzugehen, doch mit der Zeit lernt er, was es heisst, ein Mensch und Familienmitglied zu sein.

Szenenbild aus Unleashed – Entfesselt

Ob einem «Unleashed» gefällt, hängt wahrscheinlich sehr davon ab, ob man die Grundidee doof findet oder sich damit abfinden kann. Auch meines Empfindens wird masslos übertrieben, aber immerhin habe ich solches nicht schon dutzendmal woanders gesehen. Ausserdem schöpft der Film das vorhandene Potential der Geschichte befriedigend aus.

Die Qualitäten des Regisseurs liegen im Actionbereich, und das macht sich während den Actionszenen entsprechend bemerkbar. Optisch glückt ihm «Unleashed» ohnehin und er punktet insbesondere mit vielen gelungenen Zeitlupen. Doch dass auch der ruhige – teilweise dramatische, teilweise amüsante – Mittelteil das Unterhaltungsniveau grösstenteils halten kann, überrascht mich dennoch positiv. Nicht unbedeutend daran beteiligt sind die Schauspielerleistungen. Jet Li beweist, dass er der Rolle des verstörten Hundemenschen gewachsen ist und Morgan Freeman ist ohnehin das Sahnehäubchen des gesamten Streifens.

Szenenbild aus Unleashed – Entfesselt

Das grundsätzliche Problem solcher Filme liegt mehr darin, dass aufgrund der Dramatik (die bei «Unleashed» hauptsächlich im Mittelteil einsetzt) die Action etwas zu kurz kommt, was mir vor allem bei wiederholtem Anschauen auffällt. Zu Beginn wird geprügelt, weil der «Hund» beim Geldeintreiben hilft, gegen Schluss steht ein ausführlicher Show-Kampf an und selbstverständlich folgt ein anständiges Finale. Geradlinig und rücksichtslos lässt Jet Li seine Fäuste und Beine auf die Gegner eintrommeln, er selbst ist ja schliesslich (zu) abgestumpft und gefühlsunempfindlich. Aber vielleicht gerade deshalb überzeugt die Action, wenngleich es eben letztlich für Actionfanatiker etwas zu wenig davon gibt. Geboten wird ausnahmslos Martial Arts, spektakulär und temporeich inszeniert, aber nie zu hektisch oder unübersichtlich. Gerade richtig. Wenn es kein asiatisches Werk ist, muss da ja schon fast ein Franzose (diesmal Louis Leterrier) am Ruder gewesen sein.

Fazit: Eine gewagte und etwas stupide Geschichte, welche aber dank der einwandfreien Inszenierung konstante Unterhaltung vorweist und zudem von den Darstellern Rückendeckung erhält. Im Mittelteil ziemlich ruhig und teilweise sogar etwas dramatisch und komödiantisch, zu Beginn und gegen Schluss mit super choreographierten Kämpfen ausgestattet. Warum nicht...?

 
Originaltitel: Danny The Dog
Regie: Louis Leterrier Mai 2011