«Remember, remember, the fifth of November»
Kriege, Krankheiten und Wirtschaftskrisen dominieren die nahe Zukunft. England geht es verhältnismässig gut. Dies dank der absoluten Macht von Kanzler Sutler (John Hurt) und seiner Partei. Doch ein Mann (Hugo Weaving), der offenbar schon traumatische Erlebnisse mit der Regierung hinter sich hat, plant diese Herrschaft zu beenden. Er nennt sich selber V und verkleidet sich mit einer Guy-Fawkes-Maske und schwarzem Umhang. Eines Abends hilft er der jungen Evey (Natalie Portman) aus der Patsche, die sich zur Sperrstunde noch auf die Strasse gewagt hat. Ohne es zu wollen wird sie daraufhin in dessen Welt hineingezogen und zu einer Art Komplizin von V.
© Warner Bros. Ent. All rights reserved.
Nur in den wenigsten Filmen meiner DVD-Sammlung trifft man auf eine so durchdachte und komplexe Handlung wie bei «V wie Vendetta», auch wenn sie sich auf den ersten Blick nicht so anhört. Sie ist zweifellos der grösste Trumpf. Doch sie kann auch anstrengend sein und ruft bei mir vereinzelte Ermüdungserscheinungen hervor. Davon abgesehen unterhält sie prima und versucht mit mehreren Fragestellungen, Vorwürfen an die Politik und ein paar dramatischen Momenten den Zuschauer zum Nachdenken zu bringen. Obschon dies häufig gelingt, werte ich es als zwiespältig, denn «V wie Vendetta» liefert als Gegenleistung nur ganz wenig brauchbare Antworten.
Indes schmunzle ich über die hochgestochene, übermässig elegante Ausdrucksweise von V, bei der man sich konzentrieren muss um zu verstehen was er sagt. Anderweitiger Humor findet in diesem Film natürlich keinen Platz. Die Schauspieler überzeugen durchs Band weg, allen voran natürlich Natalie Portman, auf deren Rolle das Hauptaugenmerk liegt. Die musikalische Untermalung ist ebenso gelungen wie die Inszenierung an sich. Sie verleiht der Geschichte den nötigen Nachdruck und das Erzähltempo stimmt. Oft dominieren düstere Bilder, weil mehrere Szenen in der Nacht stattfinden.
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Die Actionszenen verkommen angesichts der Handlung beinahe zur Nebensache. Zu Beginn sieht sich der Maskenmann zweimal gezwungen, seine Fäuste und Messer sprechen zu lassen, doch danach tritt er nur noch vereinzelt als Rächer auf. Seine Spezialwaffen sind die Messer, mit denen er meisterlich umgeht und sie routiniert durch die Luft schleudert. Dies bekommen seine Kontrahenten im Finale wieder zu spüren, währenddem sie selbst Schusswaffen einsetzen. Dabei spritzt auch Blut umher und die gelungene Optik von Regisseur James McTeigue hält eine weitere Spezialität bereit. Er funktioniert die Bullet Time kurzerhand zur Knife Time um. Im Anschluss kann er verständlicherweise nicht auf offensichtliche Computeranimation verzichten, weil historische Gebäude Londons feierlich in die Luft gejagt werden.
Fazit: Die gekonnte Inszenierung bringt die komplexe Geschichte eindrucksvoll auf die Leinwand. «V wie Vendetta» ist ein anspruchsvolles Unterfangen, das aber die meiste Zeit blendend unterhält. Nur spärlich eingesetzt wird dagegen die Action. Auf jeden Fall einen Blick wert.
 | Originaltitel: V For Vendetta | |
| Regie: James McTeigue | September 2010 |