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6 / 10  

Waist Deep

Als O2 (Tyrese Gibson) aus der Haft entlassen wird, entschliesst er sich, sich nicht mehr zu Straftaten hinreissen zu lassen. Doch der Drogenboss Meat
(The Game) entführt den Sohn des Ex-Sträflings und fordert Lösegeld. Um innert der kurzen Zeitfrist die hohe Menge Lösegeld zu beschaffen, muss O2 die rivalisierenden Banden der Stadt gegeneinander ausspielen und deren Geld klauen, wobei er von der Prostituierten Coco (Meagan Good) und seinem Vetter Lucky (Larenz Tate) unterstützt wird.

Szenenbild aus Waist Deep

Wer hat schon einmal vom B-Movie «Waist Deep» gehört? Wahrscheinlich kaum jemand, handelt es sich doch um ein weitgehend unbekanntes Werk. Umso erstaunter bin ich über den hohen Unterhaltungswert des Filmes, obwohl nur halbwegs Spannung aufkommt und ich den Realitätsbezug häufiger in Frage stelle.

Die Geschichte wird in wohltuendem Tempo erzählt und bewegt sich in einem Umfeld, welches von Geld, Drogen und Gewalt geprägt wird. Auf offener Strasse kommt es zu Überfällen und Schusswechseln. Es zählt das Gesetz des Stärkeren. Nein, da gibt es nix zu lachen. Eine beeindruckende, teils beängstigende Atmosphäre, die der Film gekonnt vermittelt. Sodann sind für mich die genannte Atmosphäre sowie das Erzähltempo, welches häufige Schauplatzwechsel mit sich bringt, die grössten Pluspunkte des Films.

Von den (fast durchwegs schwarzen) Schauspielern dürfte dem Filmfan höchstens Tyrese Gibson bekannt sein, der seine Aufgabe so gut wie möglich meistert. Der übrige Cast erfüllt seinen Zweck, ohne dabei besonders aufzufallen. HipHop als Filmmusik passt hier natürlich und störte mich ausnahmsweise auch nicht.

Szenenbild aus Waist Deep

Die Action besteht hauptsächlich aus Verfolgungsjagden, mehrheitlich zu Fuss. Der Autoverfolgungsjagd während dem Finale wird leider durch ein romantisches Telefongespräch die Intensität geraubt. Während seiner Hatz trifft der Hauptdarsteller in regelmässigen Abständen auf «Hindernisse», die er sogleich mit seiner Knarre oder mit den Fäusten beiseite schafft. Lange dauern diese Auseinandersetzungen zwar nicht, aber sie sind vorhanden.

Zusammenfassend ein überraschend temporeiches und unterhaltsames Kleinod, bei dem das Fehlen von grossen Actionszenen kaum auffällt. Kein Muss, aber bei sich bietender Gelegenheit kein Fehlgriff.

 
Originaltitel: Waist Deep
Regie: Vondie Curtis-Hall Mai 2010