Optisch top, über den Inhalt lässt es sich streiten.
In einem fiktiven USA im Jahre 1985 droht das nukleare Wettrüsten mit der Sowjetunion zu eskalieren. Darüber machen sich die maskierten Watchmen, die mittlerweile den Ruhestand angetreten haben, allerdings keine grossen Sorgen, weil soeben einer von ihnen umgebracht wurde. Ein vermummter Attentäter hat den Comedian (Jeffrey Dean Morgan) aus einem Fenster geworfen und könnte es vielleicht noch auf weitere ehemalige Watchmen abgesehen haben. Das vermutet zumindest der psychisch gestörte Rorschach (Jackie Earle Haley) und trommelt deshalb die gesamte Truppe wieder zusammen und zieht auch den durch einen Strahlenunfall zum gottgleichen Dr. Manhattan (Billy Crudup) verwandelten Physiker Jon Osterman bei.
Copyright: Universal Pictures
Die vorhandene geschichtliche Vielfalt begrüsse ich grundsätzlich. Allerdings wechselt «Watchmen» zu sehr zwischen einzelnen Erzählsträngen hin und her, sodass sich die Story nur mühsam vorwärts entwickelt. Diese enthält leider auch mehrere skurrile Vorkommnisse, auf die ich gern verzichtet hätte. Spätestens dann, wenn der eine Superheld mit der Superheldin in einer Art Raumschiff eine Nummer schiebt, erreicht «Watchmen» den Zenit der Dämlichkeit.
Nichtsdestotrotz bin ich eher positiv überrascht von dem Film, denn er hat mich überraschend gut unterhalten, insbesondere in Anbetracht der übertriebenen Laufzeit. Das Beachtlichste an «Watchmen» ist zweifellos die visuell perfekte Umsetzung, die mit treffenden Farben, Zeitlupen und viel Kreativität aufwartet. Missfallen hat mir jedoch der blau leuchtende Jon alias Dr. Manhattan. Die Kostüme der übrigen Wächter sehen meiner Meinung nach ebenfalls blöde und billig aus.
Bei der Verkörperung der Helden wird auf grosse Schauspielernamen verzichtet. Dies mag klug sein, weil niemand wirklich im Zentrum steht, jedoch spielen die gewählten Darsteller nur durchschnittlich auf.
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Action gibt es zwar, sogar in regelmässigen Abständen, aber die Szenen sind stets von kurzer Dauer und haben mich nicht in ihren Bann gezogen. Dies könnte unter anderem daran liegen, dass die Beteiligten mit ihren übermenschlichen Kräften aufeinander eindreschen. Woher die alternden Gesetzeshüter ihre Kräfte haben, bleibt übrigens bis zuletzt ihr Geheimnis. Schusswechsel, Explosionen oder Verfolgungsjagden sollte indes niemand erwarten, weshalb Actionpuristen nicht begeistert sein werden.
Fazit: Der hoch gelobte «Watchmen» überzeugt optisch voll und ganz, dafür inhaltlich weniger, was zu einem grossen Teil Geschmackssache sein mag. Trotz dürftiger Story inklusive einiger dämlicher Szenen und wenig Action, hat mich der Streifen dennoch passabel unterhalten. Für eine Weiterempfehlung meinerseits reicht es jedoch nicht.
 | Originaltitel: Watchmen | |
| Regie: Zack Snyder | November 2010 |