Renny Harlin ist zurück.
Bei einem spontanen Einsatz gelingt es Polizist Danny Fisher (John Cena) den hochkarätigen Terroristen Miles Jackson (Aiden Gillen) festzunehmen. Allerdings stirbt dabei versehentlich die Freundin des Verbrechers, der nun auf Rache sinnt. Ein Jahr später bricht er aus, entführt Fishers Freundin Molly (Ashley Scott) und zwingt ihn, bei einem exakt vorbereiteten Spiel mitzumachen, bestehend aus zwölf Runden. In jeder muss Fisher unter Zeitdruck eine riskante Aufgabe erfüllen, um im Spiel zu bleiben und somit seine Freundin weiterhin am Leben zu erhalten.
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Hemmungslos bedient sich «Zwölf Runden» inhaltlich bei vielen Genregrössen. Offensichtlich sind die massenhaften Parallelen zu «Stirb langsam 3» und «Speed». Etwas weniger offensichtlich diejenigen zu «96 Hours» z.B. mittels dem «Ich werde dich finden, ich werde dich jagen und dann werde ich dich töten»-Zitat (zugegeben etwas plump), oder dass bei der schadenreichen Fahrt mit dem Feuerwehrauto der Kranwagen aus «Terminator 3» ansatzweise grüssen lässt. Zudem trägt der eine Verkehrsbus die Nummer 5050, bei «Speed» war es die 2525.
Besser gut geklaut als schlecht erfunden, lautet das Motto. Natürlich kann man dieses Konzept als billiges Abkupfern verschreien. Ich sehe den Film jedoch eher als gelungene Hommage an die betreffenden Werke. Und wem es gelingt, «Zwölf Runden» in diesem Licht zu betrachten, findet durchaus gefallen daran.
Der Auftakt gelingt aber zunächst nur halbwegs. Der einleitende Polizeieinsatz ist zu langfädig geraten, zumal ohnehin jeder auf das bevorstehende Spiel wartet. Immerhin rennt John Cena in ansprechender Manier einem flüchtenden Wagen nach, aber ansonsten… Nach dieser Einleitung geht es jedoch ruckzuck zackzack und das Spiel beginnt. Von da an drücken die Macher gewaltig auf das Gaspedal und «Zwölf Runden» entwickelt schnell einen enorm hohen Unterhaltungswert. Unterstützt wird der Marathon von dem passenden Soundtrack. Erst gegen Schluss lässt das Tempo etwas nach und trübt den Gesamteindruck. Die finale Plotwendung ist zwar nett, aber nur bedingt nötig. Insgesamt verstehe ich trotzdem überhaupt nicht, weshalb der Film fast nur mässige Kritiken erhält.
John Cena wird nie ein wirklich guter Schauspieler sein, hat mir aber schon deutlich besser gefallen als in «The Marine». Sein Partner sieht ähnlich aus wie Eddie Murphy, ist aber deutlich seriöser als dieser. Gesamthaft schlägt sich der namenlose Cast überraschend gut.
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Nach «Stirb langsam 2» und «Tödliche Weihnachten» ist es still geworden um Regisseur Renny Harlin. Dass er immer noch Inszenieren kann, vor allem packende Actionszenen, beweist er mit dem vorliegenden Streifen aufs Neue. Einzig mit hektischen Zooms übertreibt er es für meinen Geschmack ein wenig.
Nach der Einleitung dreht er so richtig auf und reiht ohne Verschnaufpause eine Actionszene an die nächste. Der Hauptdarsteller kämpft zu Fuss oder mit unterschiedlichsten fahrbaren Untersätzen gegen die knappe Zeit, wobei es stellenweise zu Sachschaden kommen darf. Im Gegenzug darf er nur wenig schiessen oder prügeln. Wenige Explosionen sind ebenfalls vorhanden, wobei sich nur die letzte arg computeranimiert gibt. Ansonsten sind die Explosionen hübsch und auch der Rest der Action scheint mir handgemacht.
Fazit: Hirn raus, Action rein! Nach etwas zu ausführlicher Einleitung rennt und fährt John Cena ohne Verschnaufpause durch seine «Zwölf Runden» und lässt mein Actionherz höher schlagen. Gegen Ende geht ihm leider etwas die Puste aus. Der Film bedient sich schamlos bei mehreren Genrekollegen, was ihn zu einer Art gelungene Hommage werden lässt (ausser man mag Kopieren generell nicht). Enorm unterhaltsam und für Actionfreunde sehenswert.
 | Originaltitel: 12 Rounds | |
| Regie: Renny Harlin | September 2010 |